Gomez und das Pech an den Füßen | Sport | DW | 22.02.2019
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Freitagsspiel

Gomez und das Pech an den Füßen

Hätte, wenn und aber: Stuttgarts Mario Gomez hat im Spiel in Bremen zwei Super-Chancen, vermasselt sie aber und damit auch den möglichen ersten Sieg seines Teams in diesem Jahr. Ärgerlich, aber noch längst kein Drama.

Er kennt das (Fußball-) Geschäft: Seit 15 Jahren ist er Profi, elf Jahre hat er davon in der Bundesliga gespielt. Er hat vieles erlebt, die Aufs und die Abs. Und trotzdem ist Mario Gomez derzeit unglaublich frustriert. Denn er kann seinem Verein, bei dem er den Sprung in die Profimannschaft schaffte und für den er nun zum zweiten Mal in seiner Karriere spielt, genau mit dem nicht helfen, wofür er zurückgeholt wurde und was eigentlich seine Spezialität ist: nämlich Tore schießen.

Beim 1:1 (1:1) bei Werder Bremen gelingt dem abstiegsbedrohtem VfB zwar erstmals in dieser Saison ein Tor in der Anfangsviertelstunde, aber für den ersten Sieg in diesem Jahr reicht es wieder nicht. Dabei war Stuttgart sofort in der Partie und hätte frühzeitig nach dem Tor von Steven Zuber (2. Minute) erhöhen können. Aber Ex-Nationalspieler Gomez fehlt derzeit einfach die Leichtigkeit vor dem Tor. Im Eins-gegen-Eins zögert der 33-Jährige zu lange, so das Bremens Torwart Jiri Pavlenka den Ball abwehren kann (9.)

Stuttgart mal wieder ohne "lucky punch" 

Fünf Tore hat Gomez in dieser Saison in 23 Spielen erzielt, darunter sind zwei Doppelpacks. Sein Team kommt zusammen auf gerade mal 19 Treffer, damit ist es das zweitschlechteste Team der Liga. Und gerade in dieser schwierigen Zeit, in der der Traditionsverein gegen den Abstieg spielt und in der nun bereits der dritte Trainer in dieser Saison kurz vor der Entlassung steht, kriegt Gomez einfach nicht den Ball über die Linie.

Deutschland Fußball Bundesliga | SV Werder Bremen - VfB Stuttgart (picture-alliance/dpa/C. Jaspersen)

Das Runde will einfach nicht ins Eckige: Mario Gomez (rechts)

Kurz vor der Pause in Bremen hat Gomez erneut die Chance, die Führung seines Teams auszubauen. Aber wieder scheitert er im Eins-gegen-Eins-Duell mit Torwart Pavlenka. Im Gegenzug trifft der Gegner: Davy Klaassen dreht sich kurz vor dem Strafraum um den Gegenspieler und hämmert den Ball ins Netz (45.). "Irgendwie habe ich gehofft, dass wir diesmal den lucky punch schaffen und nicht der Gegner. Es ist bitter, es ist irgendwie ein verlorener Punkt", sagte Gomez gegenüber dem Fernsehsender Eurosport.

"Das Glück ist nicht auf meiner Seite"

Er hätte heute dafür sorgen können, dass Stuttgart endlich nach nur einem Punkt aus sieben Spielen mal wieder als Sieger vom Rasen geht. Er hat immerhin schon 168 Mal in der Bundesliga gejubelt und war 2011 als Profi bei Bayern München auch mal Torschützenkönig. Davon ist Gomez derzeit jedoch weit entfernt: "Ich habe zwei Chancen - wenn ich eine mache, steht es 2:0. Aber das Glück ist im Moment nicht auf meiner Seite", gibt Gomez selbstkritisch zu. Das bestätigt auch Trainer Markus Weinzierl, der vorerst seinen Trainerjob behalten darf: "Wir hatten zwei hundertprozentige Chancen durch Mario Gomez, da hätte er das 2:0 machen müssen." 

Hat er aber nicht. Ihn abzuschreiben, wäre trotzdem falsch. Gomez hat in seiner beeindruckenden Karriere schon mehrmals gezeigt, dass er nach einem Tief, wo ihm scheinbar das Pech an den Füßen klebte, plötzlich wieder da war und genau das machte, was er eigentlich so gut kann: Tore schießen. Das weiß auch Trainer Weinzierl: "Solange er die Chancen hat, bin ich zufrieden. Mit der Qualität, die er hat, wird er auch wieder seine Tore machen." Schließlich kennt auch er das (Fußball-) Geschäft. 

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