Goldener Löwe für Psychothriller ″Joker″ | Aktuell Europa | DW | 07.09.2019
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Festspiele von Venedig

Goldener Löwe für Psychothriller "Joker"

Hollywood triumphiert auf dem Lido: Die höchste Auszeichnung, die die Filmfestspiele von Venedig vergeben, geht an das Werk des US-Regisseurs Todd Phillips. Aber auch ein umstrittener Altmeister kommt zu Ehren.

Joaquin Phoenix als Arthur Fleck alias Joker (Foto: picture alliance/dpa/Warner Bros/N. Tavernise)

Joaquin Phoenix als Arthur Fleck alias "Joker"

Der Hollywood-Film "Joker" ist bei den 76. Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Der Film des US-Regisseurs Todd Phillips mit Joaquin Phoenix in der Rolle des Batman-Gegenspielers Joker erhielt den Hauptpreis zum Abschluss des Filmfestivals am Samstagabend. Das von Comics inspirierte Werk erzählt, wie aus einem psychisch kranken Mann der Bösewicht Joker wird. 

Joaquin Phoenix - diesmal im Smoking - und Regisseur Todd Phillips bei der Preisverleihung (Foto: Getty Images/AFP/A. Pizzoli)

Joaquin Phoenix - diesmal im Smoking - und Regisseur Todd Phillips bei der Preisverleihung

Der Große Preis der Jury ging an Roman Polanskis Film "J'accuse" über den jüdisch-französischen Offizier Alfred Dreyfus. Über die Teilnahme des Polanski-Films an dem Festival hatte es im Vorfeld eine Kontroverse gegeben. Der in Frankreich lebende Polanski wird in den USA wegen Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen polizeilich gesucht. Im Jahr 1977 hatte er Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer, ein Jahr später floh er aus den USA. Die US-Filmakademie hatte Polanski wegen des Falls im vergangenen Jahr ausgeschlossen.

Die französische Schauspielerin Emmanuelle Seigner mit dem Preis für den Polanski-Film J'accuse (Foto: Getty Images/AFP/A. Pizzoli)

Die französische Schauspielerin Emmanuelle Seigner mit dem Preis für den Polanski-Film "J'accuse"

Für die beste Regie wurde der Schwede Roy Andersson ausgezeichnet, der in seinem Melodram "About Endlessness" in kurzen Episoden in die traurigen Seelen von Menschen blickt. Der in Hongkong lebende Yonfan gewann den Preis für das beste Drehbuch für den Animationsfilm "No. 7 Cherry Lane". Als beste Schauspieler ehrte die Jury den Italiener Luca Marinelli und die Französin Ariane Ascaride. Marinelli gewann die Trophäe für seine Darstellung in "Martin Eden" von Pietro Marcello nach einer Buchvorlage von Jack London, Ascaride für ihre Leistung in dem Sozialdrama "Gloria Mundi" von Robert Guédiguian.

Die Französin Ariane Ascaride wurde für ihre darstellerische Leistung in dem Sozialdrama Gloria Mundi geehrt (Foto: Getty Images/AFP/A. Pizzoli)

Die Französin Ariane Ascaride wurde für ihre darstellerische Leistung in dem Sozialdrama "Gloria Mundi" geehrt

Die Dokumentation "La mafia non è più quella di una volta" des Italieners Franco Maresco bekam den Spezialpreis der Jury. Mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller wurde Toby Wallace ausgezeichnet, der in "Babyteeth" der Australierin Shannon Murphy einen Drogensüchtigen spielt. Die deutsche Koproduktion "The Perfect Candidate" der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ging leer aus. 

sti/cw (dpa, afp)