″Golden State Killer″ zu lebenslanger Haft verurteilt | Aktuell Welt | DW | 22.08.2020
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Mordserie

"Golden State Killer" zu lebenslanger Haft verurteilt

Zwischen 1975 und 1986 versetzte der ehemalige Polizist Kalifornien in Angst und Schrecken. Häufig fesselte er Ehemänner, vergewaltigte deren Frauen und brachte nach langen Quälereien beide um. Nun fiel ein Urteil.

Der 74-jährige Joseph James DeAngelo ist mehr als vier Jahrzehnte nach Beginn einer Mord- und Vergewaltigungsserie in Kalifornien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Demnach entschied ein Gericht in der Hauptstadt Sacramento, dass der ehemalige Polizist - der sogenannte "Golden State Killer" - auch keinen Anspruch auf eine mögliche Bewährungsstrafe habe.

Der Angeklagte hatte sich Ende Juni dieses Jahres schuldig bekannt, 13 Morde und Dutzende Vergewaltigungen begangen zu haben. Im April 2018 war DeAngelo in einem Vorort von Sacramento festgenommen worden, wo er unauffällig bei einer seiner drei Töchter lebte. 

DeAngelo zeigt sich von Urteil ungerührt 

An vielen Tatorten hatte er DNA-Spuren hinterlassen, die ihm Jahrzehnte später zum Verhängnis wurden. Ermittler wurden bei ihrer langen Suche nach dem flüchtigen Täter schließlich auf Plattformen für Ahnenforschung fündig, die genetische Informationen eines Verwandten enthielten.

Joseph James DeAngelo wird in einen Gerichtssaal geführt

Zeigte bei der Urteilsverkündung keine Emotion: Joseph James DeAngelo, bekannt als der "Golden State Killer"

Der "Washington Post" zufolge zeigte DeAngelo bei der Urteilsverkündung kaum eine Regung. Die Entscheidung des Gerichts war erwartet worden. Durch das Schuldbekenntnis blieb dem Mörder die Todesstrafe erspart - und den überlebenden Opfern und Angehörigen der Ermordeten ein langwieriger Prozess mit schmerzlichen Zeugenaussagen.

Mit Skimaske und Taschenlampe unterwegs 

Die Staatsanwaltschaft hatte DeAngelo während des Prozesses wegen dessen "grausamen, intelligenten und sadistischen" Morden mit Hollywood-Serienmörder "Hannibal Lecter" verglichen. Dem ersten Mord 1975 folgten Dutzende Vergewaltigungen in Nordkalifornien, dann bis 1986 eine brutale Mordserie im Süden des Staates.

Margaret Wardlow beim Verlassen des Gerichts in Sacramento, Kalifornien (2018)

Margaret Wardlow (links) war 13 Jahre alt, als sie 1977 vom "Golden State Killer" vergewaltigt wurde (Bild aus 2018)

Oft trug er eine Skimaske und schreckte seine Opfer mit einer grellen Taschenlampe auf. Bei seinen nächtlichen Streifzügen durch ruhige Vororte hatte er Messer, Pistolen, Seile und Schnürsenkel dabei. Häufig fesselte er die Ehemänner, vergewaltigte die Frauen und brachte nach langer Folter beide um. Meist verweilte er an den Tatorten, bediente sich am Kühlschrank und stahl Gegenstände aus den Häusern.

Auch Frankfurterin unter den Opfern 

Das jüngste Opfer des "Golden State Killers" war 13 Jahre alt. Ein junges Paar hatte erst Monate zuvor geheiratet. Unter den Toten war auch eine gebürtige Frankfurterin, die 1981 im südkalifornischen Irvine in ihrem Bett erschlagen aufgefunden wurde. Das letzte dem Serienmörder zugeschriebene Opfer war eine 18-Jährige, die 1986 vergewaltigt und ermordet wurde. 

Die über Jahre ungeklärten Verbrechen hatten auch die amerikanische Krimiautorin Michelle McNamara beschäftigt. Im Februar 2018 erschien in den USA ihr Buch "I'll Be Gone in the Dark" (dt. Titel "Ich ging in die Dunkelheit"). Der TV-Sender HBO gab eine sechsteilige Doku-Serie in Auftrag.

nob/sth (dpa, ap)

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