Glaubenssachen - Rabbi Schudrichs Wunder - jüdisches Leben in Polen | Glaubenssachen - Die Kirchensendung | DW | 25.01.2020
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Glaubenssachen

Glaubenssachen - Rabbi Schudrichs Wunder - jüdisches Leben in Polen

Jüdische Kulturfestivals, koschere Restaurants, Klezmerbands und jüdische Schulen. Dass es in Polen heute - im Land des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz - wieder ein vitales jüdisches Gemeindeleben gibt, grenzt an ein Wunder.

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Die Besuche in Auschwitz und anderen Orten Polens gehörten einfach dazu: Als der an der New Yorker Upper West Side aufgewachsene Michael Schudrich das erste Mal noch als Student das sozialistische Land bereiste war das keine Besonderheit. Damals, 1976 und später in den 1980er Jahren, suchten viele gläubige Juden nach familiären Wurzeln in Polen. Seine Großeltern waren aus Osteuropa nach Amerika emigriert. Allerdings, bis auf die linientreue und laizistische sozio-kulturelle jüdische Gesellschaft TSKZ, gab es im sozialistischen Polen kaum Ansprechpartner. Und es gab ein paar der Solidarnosc nahestehende polnische Juden, die damals die "Jewish Flying University" gründeten. Dieser lockere Kreis jüdischer Intellektueller glaubte schon damals, dass jüdisch-religiöses Leben in Polen wieder einen Platz finden sollte. Damals muss irgendwann einmal die Idee in Schudrich gereift sein: Sein Leben dem Aufbau diesem jüdischen, religiösen Leben in Polen zu verschreiben. Eine Idee, die auch Ronald S. Lauder umtrieb, den wichtigen Mäzen jüdischer religiöser Projekte weltweit und maßgeblichen Unterstützer des Museums Auschwitz-Birkenau, heute Präsident des Jüdischen Weltkongresses. Vor 30 Jahren zog Michael Schudrich schließlich nach Warschau. Hier wurde der Sohn eines New Yorker Rabbis mit Gemeinde in der Bronx zum Großrabbiner. In den 1990er Jahren erreichte er so, dass sich viele weitere Polen ihrer jüdischen Wurzeln erinnerten. Am Anfang standen Seminare der Ronald S. Lauder-Stiftung, die jeweils im Sommer und im Winter die ganzen 90er Jahre lang stattfanden. Die Stiftung gründete mit Rabbi Schudrichs Hilfe zunächst einen Kindergarten, aus dem die jüdische Schule in Warschau hervorging. Mehrere hundert Polen lernten die Grundlagen jüdisch-religiösen Lebens - viele wurden sich ihrer lange verdrängten jüdischen Identität erst bewusst. Mittlerweile zählen die jüdischen Gemeinden im Land mehrere tausend gläubige Mitglieder, die nach den Regeln der Tora leben. Vor allem in Warschau, Krakau und Lodz.