Glaubenssachen - Frommer Widerstand gegen rechte Bürgerwehren | Glaubenssachen - Die Kirchensendung | DW | 06.07.2020
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Glaubenssachen

Glaubenssachen - Frommer Widerstand gegen rechte Bürgerwehren

In zahlreichen Städten in Deutschland bilden sich seit einigen Jahren immer mehr rechte Gruppierungen, die durch die Straßen "patrouillieren". Angeblich, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Tatsächlich machen sie vielen Bürgerinnen und Passanten Angst.

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In Essen läuft eine selbsternannte "First Class Crew - Steeler Jungs" einmal in der Woche durch den Stadtteil Steele. Manchmal sind es 20, manchmal bis zu hundert überwiegend Männer, auch aus dem Hooligan- und Rockermilieu. Im Stadtteil führt das zu Verunsicherung und ständiger Unruhe. Dabei ist das sogenannte Mittelzentrum gar kein krimineller Hotspot. Seit über zehn Jahren sinkt die Zahl der Straftaten kontinuierlich. Neuerdings häufen sich Bedrohungen der "Bürgerwehr" gegen Andersdenkende im Internet und auch im öffentlichen Raum. Denn es hat sich eine Gegenbewegung gebildet, die sich "Steele bleibt bunt" nennt. Einfache Bürger, die Kirchen, Vereine, Parteien, Gewerkschaften haben sich zusammengeschlossen und protestieren schweigend oder auch singend gegen die rechten Aufmärsche. Die Polizei erkennt Verbindungen in die rechtsextreme Szene, darum beobachtet der Staatsschutz die Gruppierung. Mitglieder der selbsternannten "Bürgerwehren" in verschiedenen Städten, unter anderem in Essen, Herne, Mönchengladbach und Düsseldorf bilden inzwischen ein Netzwerk. In anderen Städten nennen sie sich "Besorgte Bürger" oder auch eindeutiger "Bruderschaft Deutschland". Die Reporter Jule Sommer und Udo Kilimann haben über ein Jahr lang die Entwicklung der Bürgerwehren in Essen und Nachbarstädten dokumentiert und zeigen, wie sich der Widerstand unter dem Dach der evangelischen Kirche entwickelt.