Gladbachs Lars Stindl ist ″on fire″ | Sport | DW | 16.01.2021
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16. Spieltag in der Bundesliga

Gladbachs Lars Stindl ist "on fire"

Borussia Mönchengladbach ist nur hauchdünn davon entfernt, beim VfB Stuttgart zu gewinnen. Lars Stindl ist an der zweifachen Führung maßgeblich beteiligt. Nach der Auswechslung des Kapitäns kippt die Partie dann noch.

Lars Stindl hatte Klärungsbedarf. Auf dem Weg in die Umkleidekabine wollte er von Schiedsrichter Felix Brych nochmal genau wissen, weshalb dieser ihm die Gelbe Karte fast zeitgleich mit dem Pausenpfiff gezeigt hatte. Dabei war seine Verwarnung für das Foul an dem Stuttgarter Nicolas Gonzalez eigentlich unstrittig. Aber Stindl war noch so voller Adrenalin, dass er innerlich kaum herunterfahren konnte. 

Der 32-Jährige ist seit Wochen "on fire". Nicht wenige Beobachter des Klubs sagen, dass sich Stindl derzeit in der Form seines Lebens befindet. So war es auch kein Wunder, dass er per Elfmeter zum 1:0 (35. Minute) für Borussia Mönchengladbach beim 2:2 (1:0) gegen den VfB Stuttgart beigetragen hatte. Und er die millimetergenaue und wohltemperierte Vorlage auf den gespurteten Denis Zakaria spielte, der zum 2:1 (61.) vollendete.

Damit war Stindl in dieser Saison bereits an 13 Treffern seiner Gladbacher direkt beteiligt. Eine bemerkenswerte Zwischenbilanz. Zwischenzeitlich hatte Gonzalez (58.) ausgeglichen. Silas Wamangituka traf in der Nachspielzeit ebenfalls vom Elfmeterpunkt zum späten aber verdienten Ausgleich. Mit diesem Auswärtszähler verharren die Fohlen nach dem 16. Bundesliga-Spieltag  auf dem siebten Tabellenplatz. 

Kein klassischer "Zehner"

Stindl ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Borussia. Er entwickelt sich im Herbst seiner Karriere auch immer mehr zu einem Torgaranten. Neun Saisontreffer hat Stindl in dieser Spielzeit bereits erzielt, davon acht auf fremden Plätzen. Mit dieser Bilanz hat er mit keinem Geringeren als dem aktuellen Weltfußballer Robert Lewandowski vom FC Bayern München gleichgezogen. Und das, obwohl Stindl seine Heimat zumeist ein Stück weiter hinten, im zentralen Mittelfeld hat.

Stindl hat viele Anlagen eines klassischen Zehners, wie es ihn früher in der Bundesliga häufiger zu sehen gab. Er verfügt über eine blitzschnelle Spielauffassung, ahnt häufig Gassen in der gegnerischen Abwehr voraus, um diese dann für seine Kollegen zielgerecht zu bespielen. So wie etwa am vergangenen Wochenende, als er mit einem bemerkenswerten Zuspiel in die Gasse auf Jonas Hoffmann dessen Treffer zum 1:2 (Endstand 3:2) gegen den FC Bayern einleitete. Und er ist auch Dank seiner guten Technik ein Meister darin, den Überblick auf dem Platz auch in schwierigen Situationen zu behalten.

Große Laufleistung

Lars Stindl (l.) sieht gegen den VfB Stuttgart Gelb

Lars Stindl (l.) sieht gegen den VfB Stuttgart "Gelb"

Was ihn aber von "Zehnern" von einst wie Günter Netzer oder Wolfgang Overath  unterscheidet, ist seine Laufleistung und sein Zweikampfverhalten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Stindl stets ein Kandidat für eine Gelbe Karte ist. Schließlich ist er über die gesamte Dauer immer in Bewegung, gönnt sich keine Pausen. Als Kapitän geht er voran in seinem Team und ist schon lange bei seinen Mitspielern akzeptiert.

Nach 71 Minuten entschied Trainer Marco Rose, Stindl vom Feld zu nehmen und zu schonen. Schließlich müssen die Gladbacher bereits am Dienstagabend (18.30 Uhr, MEZ) bereits zum nächsten Bundesligaspiel gegen Werder Bremen antreten. Dann wahrscheinlich wieder mit einem Lars Stindl "on fire".  

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