Gladbacher ″Fohlen″ bestechen mit Tempo | Sport | DW | 25.08.2018
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Starke Vorstellung

Gladbacher "Fohlen" bestechen mit Tempo

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit startet Borussia Mönchengladbach mit einem Heimsieg gegen Leverkusen in die Saison. Schwer zu verteidigender Konterfußball bringt den Erfolg.

Nach eher mäßigen ersten 45 Minuten legten die Gladbacher im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen den Schalter um. Und plötzlich sah die Partie, in dem die Gäste zuvor deutlich überlegen waren, ganz anders aus: Gladbach hatte die Zügel in der Hand und ließ der Werkself fast keine Luft mehr zum Atmen. Frühes, schnelles Anlaufen, flüssige Kombinationen und - mit der Führung im Rücken - ein gefährlicher Konter nach dem anderen. Gladbach spielte fast ein wenig im Stile der legendären "Fohlenelf".

Jonas Hofmann, Raffael und Thorgan Hazard - sobald einer der beiden "Staubsauger" Tobias Strobl und Matthias Ginter bei Leverkusener Angriffen den Ball abgefangen hatte, ging es über einen der drei schnellen Offensivspieler flugs nach vorne und wurde meistens gefährlich. Bestes Beispiel: das 2:0 von Fabian Johnson, brillant vorbereitet von Raffael. Mit einem doppelten Doppelpass tankte der Brasilianer sich durch die Bayer-Defensive, die zu reinen Statisten degradiert wurde und legte den Ball perfekt auf. Ein wunderschönes Tor, das alle Trainerausbilder und Videoanalysten sich in ihrem Ordner "Wie man's macht" abspeichern können.

Potential noch nicht ausgeschöpft

Danach war das Spiel genauso, wie es sich die Gladbacher wünschen: Ein Gegner, der angreifen musste und zwangsläufig Räume für Konter offen ließ, die die Hausherren fast nach Belieben ausnutzten. Mehrfach musste der gute Leverkusener Torwart Ramazan Özcan in höchster Not retten. "Wenn du hier das 0:1 kriegst und direkt danach das 0:2, dann ist es schwer", sagte ein enttäuschter Julian Brandt. "Gladbach hat verdient gewonnen."

Fußball 1. Bundesliga | Borussia Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen (2:0) (Getty Images/Bongarts/C. Koepsel)

Abgang mit leeren Händen: Auch für den flinken Julian Brandt war Gladbachs Elf zu schnell

Die Auftaktpartie der Gladbacher gegen Bayer 04 war eine Blaupause, wie die Borussia in dieser Saison zu einer der Spitzenmannschaften werden kann. Mit ihrer Balance zwischen gut organisierter Offensive und hohem Tempo nach vorne ist einiges möglich. Zumal Trainer Dieter Hecking das volle Potential seines Kaders noch gar nicht ausschöpfte: Mit Strobl, Hofmann und dem jungen Florian Neuhaus hatte Hecking auf eine unerwartete Dreierreihe im Mittelfeld aufgeboten. Die "Stammkräfte" Christoph Kramer, Denis Zakaria und Mickael Cuisance saßen nur auf der Bank, lediglich Zakaria wurde spät eingewechselt. Auch 23-Millionen-Rekordtransfer Alassane Plea wurde erst ganz am Schluss gebracht.

Bescheidenheit als Erfolgskomponente

Und nach dem Abpfiff zeigte sich bei den Interviews eine weitere Tugend, die Gladbach weit bringen kann: Bescheidenheit. "Wir hatten erstmal Glück", räumte Strobl bei Sky ein. "Leverkusen trifft einmal die Latte, dann klären wir auf der Linie." Danach aber, so Strobl, habe man es ganz gut gemacht.

Auch für die eigene, gute Leistung fand der 28-Jährige, der wegen eines Kreuzbandrisses große Teile der vergangenen Saison verpasst hatte, zurückhaltende Worte: "Ich finde persönlich, dass ich ganz gut drauf bin", sagte Strobl. Er meinte es ehrlich, eine ziemliche Untertreibung war es trotzdem.

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