Gibraltar erlaubt Auslaufen von iranischem Tanker ″Grace 1″ | Aktuell Europa | DW | 15.08.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Entscheidung

Gibraltar erlaubt Auslaufen von iranischem Tanker "Grace 1"

Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen könnten sich verringern. Der seit Wochen in Gibraltar festgesetzte iranische Öltanker "Grace 1" ist wieder frei.

Video ansehen 01:14

Tanker mit Öl für Syrien vor Gibraltar gestoppt (04.07.2019)

Der seit über einem Monat von Gibraltar festgesetzte iranische Öltanker "Grace 1" darf wieder auslaufen. Das hat das Oberste Gericht des britischen Überseegebiets entschieden. Die Forderung der US-Regierung, das Schiff dauerhaft zu beschlagnahmen, wurde damit verworfen. Der Vorsitzende Richter Anthony Dudley sagte, dem Gericht liege derzeit kein schriftlicher US-Antrag dafür vor.

Laut Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo gibt es eine schriftliche Zusicherung Irans, wonach die "Grace 1" nach ihrer Freilassung nicht in Richtung Syrien aufbrechen werde. Angesichts dessen gebe es keinen Grund mehr, das Schiff weiter festzusetzen. Es war aber zunächst unklar, ob das Schiff sofort in See stechen kann. Auch ein Regierungssprecher konnte dazu keine Auskunft geben. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten.

Iran soll im Gegenzug britisches Schiff freilassen

Zugleich forderte das Außenministerium den Iran auf, die am 19. Juli festgesetzte "Stena Impero" freizulassen. Als Vergeltungsaktion war das britische Schiff von der Islamischen Republik aufgebracht worden. Teheran hatte anschließend wiederholt Tanker in der für den internationalen Ölhandel wichtigen Straße von Hormus festgesetzt. Zudem wurden mehrere Schiffe angegriffen, wofür Washington ebenfalls Teheran verantwortlich machte. 

Die USA hatten zuletzt versucht, die Freigabe der "Grace 1" zu verhindern. Nach Angaben Gibraltars hatte das US-Justizministerium beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorwürfen zu beschlagnahmen.

Der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad, nannte das jetzige Urteil eine "demütigende Niederlage" für die Vereinigten Staaten, den Erzfeind seines Landes. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte die Absicht der USA, die Freilassung des Tankers zu verhindern, scharf verurteilt. 

Mutmaßlicher Verstoß gegen EU-Sanktionen

Der Tanker war Anfang Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Es ging um den Verdacht, dass das Schiff Öl nach Syrien schmuggeln wolle. Dies wurde als Verstoß gegen EU-Sanktionen gewertet. Der Iran bestritt die Vorwürfe. 

wo/uh (rtr, dpa, ape)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema