Ghana will Fußball-Verband auflösen | Sport-News | DW | 07.06.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Korruption

Ghana will Fußball-Verband auflösen

Für die Fußball-WM in einer Woche hat sich Ghana nicht qualifizieren können. Zum Frust kommt nun noch ein Skandal hinzu - dabei geht es um viel Geld. Die Regierung greift zur drastischen Maßnahme.

Die Regierung Ghanas hat als Folge eines massiven Bestechungsskandals die Auflösung des nationalen Fußball-Verbandes GFA angekündigt. Die Staatsführung sei "schockiert und empört", teilte Informationsminister Mustapha Abdul-Hami mit. In einer in dieser Woche ausgestrahlten TV-Dokumentation war unter anderem zu sehen, wie mehrere Schiedsrichter Geld angenommen hatten und Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi Schmiergeld forderte. Nyantakyi ist auch Mitglied des Councils des Weltverbandes FIFA.

"Schwerwiegendes Versagen"

"Diese Dokumentation legt das schwerwiegende Versagen des Verbandes offen, das von Betrug, Korruption und Bestechung gekennzeichnet ist", heißt es in einer Erklärung. Die Regierung habe entschieden, die nötigen Schritte einzuleiten, um den Verband aufzulösen. Sie werde die Fußballaktivitäten im Land beaufsichtigen, "bis ein neuer Verband ordnungsgemäß gegründet wird", hieß es weiter.

Kwesi Nyantakyi (picture-alliance/dpa/Pressefoto ULMER/M. Ulmer)

Wohl bestechlich: Kwesi Nyantakyi

In der zweistündigen Reportage, die im fußballverrückten Ghana für einen Aufschrei gesorgt hatte, war unter anderem zu sehen, wie Schiedsrichter umgerechnet 85 Euro für das Verschieben eines Spiels kassierten. GFA-Präsident Nyantakyi wurde dabei gefilmt, wie er von Investoren gut neun Millionen Euro für angebliche Verträge mit der Regierung einforderte. Bei den Investoren handelte es sich in Wahrheit um Journalisten.

sw/wa (sid)