Gewaltsame Zusammenstöße in Nordirland | Aktuell Europa | DW | 13.07.2018
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Protestanten und Katholiken

Gewaltsame Zusammenstöße in Nordirland

Im nordirischen Londonderry hat es die sechste Nachte in Folge Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei gegeben. Die Gewalt entbrannte im Zuge der traditionellen protestantischen Oraniermärsche.

Nordirland Ausschreitungen in Londonderry (picture-alliance/dpa/B. Lawless)

Brandsätze in Londonderry

Die Beamten seien von protestierenden Katholiken mit Brand- und Sprengsätzen attackiert worden, teilte die nordirische Polizei mit. Die Polizeigewerkschaft warf den Katholiken in Londonderry vor, Kinder und Jugendliche zu Stein- und Flaschenwürfen auf Polizisten anzustacheln und damit "ihre Drecksarbeit machen" zu lassen.

Bei den Zusammenstößen waren nach Polizeiangaben am Dienstag sogar Schüsse auf Polizeibeamte abgefeuert worden. Am Mittwoch attackierten Jugendliche ein protestantisches Stadtviertel.

Gewalt in Derry - jedes Jahr im Juli

Mitte Juli kommt es in der zweitgrößten nordirischen Stadt, die von den Katholiken nur Derry genannt wird, häufiger zu Straßenkämpfen. Am 12. Juli fanden auch in diesem Jahr in Nordirland die traditionellen Oraniermärsche der Protestanten statt, mit denen an den Sieg des protestantischen Königs William III. über seinen katholischen Rivalen James II. im Jahr 1690 erinnert wird.

Nordirland Festzug Oranier-Orden in Londonderry (picture-alliance/empics/B. Lawless)

Festzug des Oranier-Ordens in Londonderry

Die britische Regierung verurteilte die "unerträgliche Gewalt". Das "Chaos" in Londonderry und die gezielten Angriffe auf die Polizei seien "absolut inakzeptabel", erklärte Nordirland-Ministerin Karen Bradley. Die Gewalt gehe allerdings nur von einer "kleinen Minderheit" aus. Auch die fünf größten Parteien Nordirlands, die sich seit 18 Monaten nicht auf die Bildung einer neuen Regierung einigen können, verurteilten gemeinsam die Gewalt.

Mehr als 3000 Tote im Nordirland-Konflikt

Nordirland war drei Jahrzehnte lang Schauplatz blutiger Unruhen und Anschläge. Etwa 3500 Menschen wurden in dem Konflikt getötet, in dem sich pro-britische Protestanten und pro-irische Katholiken bekämpften. 1998 wurde ein Friedensabkommen geschlossen, das eine Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht.

cw/sti (afp, dpa)