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Gewalt und Streiks erschüttern Nigeria

11. Januar 2012

Am zweiten Tag des landesweiten Streiks in Nigeria ist der Protest gegen die Streichung der Treibstoffsubventionen weiter eskaliert. Bei Zusammenstößen zwischen Moslems und Christen wurden mehrere Menschen getötet.

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Protestdemonstration gegen gestiegene Benzinpreise (Foto: AP)
Protestdemonstration gegen gestiegene BenzinpreiseBild: dapd

Weil sich Millionen Bürger an dem Ausstand beteiligten, blieben die meisten Geschäfte und Fabriken in Nigeria weiter geschlossen, auch der Luftraum über dem westafrikanischen Land wurde gesperrt. In der Finanzmetropole Lagos errichteten Jugendliche außerhalb von wohlhabenden Vierteln Straßensperren und setzten sie in Brand. Dort und in den anderen großen Städten gingen den zweiten Tag in Folge Zehntausende auf die Straße, um gegen die Entscheidung der Regierung zu protestieren, die Subventionen für Benzin zu streichen. Dies hatte Anfang Januar zu einer Verdoppelung der Treibstoffpreise geführt.

Gewalt zwischen Moslems und Christen

Im Schatten der Streiks und Demonstrationen eskalierte die Gewalt zwischen Christen und Moslems weiter. Bei einem Anschlag auf eine Moschee und eine Koranschule im Südwesten Nigerias wurden nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens fünf Menschen getötet.

Im Nordosten des afrikanischen Landes griffen Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram nach Polizeiangaben ein Lokal an und töteten acht Menschen. Die Gruppe lehnt den westlichen Lebensstil strikt ab und will alle Christen aus dem islamisch geprägten Norden Nigerias vertreiben. Nach einer Statistik der Nachrichtenagentur AP wird die Sekte für den Tod von mindestens 54 Menschen in den vergangenen Tagen verantwortlich gemacht.

Regierung beharrt auf höheren Benzinpreisen

Die Regierung rief die Bevölkerung erneut vergeblich dazu auf, die Arbeit wieder aufzunehmen und die Proteste zu beenden. Verhandlungen mit den Gewerkschaften des Landes blieben bisher erfolglos, da Präsident Goodluck Jonathan weiter auf seiner Entscheidung zur Abschaffung der Subventionen beharrt.

Nigeria ist mit 160 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und besitzt zugleich die größten Ölvorkommen des Kontinents.

wl/hp/qu (afp, dpa, dapd)