Gesellschaftliches Engagement von Schülern fördern | Deutschlehrer-Info | DW | 11.10.2018
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Deutschlehrer-Info

Gesellschaftliches Engagement von Schülern fördern

Eine Jugendgruppe leiten, bei der freiwilligen Feuerwehr mitmachen oder für den Umweltschutz aktiv sein: Viele Schülerinnen und Schüler sind gesellschaftlich und politisch aktiv. Das soll jetzt belohnt werden.

Schüler, die sich gesellschaftlich engagieren, sollen nach Vorstellung der deutschen Kultusminister dafür im Zeugnis gewürdigt werden. Der Vorschlag ist Teil einer Beschlussvorlage für die Tagung der Kultusministerkonferenz (KMK) am 11. und 12. Oktober in Berlin, die sich die Stärkung des politischen und gesellschaftlichen Engagements im deutschen Bildungswesen auf die Fahnen geschrieben hat.

Erziehung zur Demokratie

Ein 13-seitiges Papier zur Demokratieerziehung in den Schulen sieht vor, dass Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie stärker als bisher im Unterricht erörtert werden sollen. „Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. Dafür braucht es überzeugte und engagierte Demokratinnen und Demokraten“, sagte der KMK-Vorsitzende, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter von der Partei die Linke.

Neben der Würdigung des Schüler-Engagements im Zeugnis könnten demnach auch Schülerparlamente gestärkt sowie außerschulische Lernorte vermehrt in den Unterricht einbezogen werden. So wolle man Schüler im Umgang mit Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sensibilisieren. Es gelte, Geschichtsrevisionismus entgegenzutreten und sich mit vereinfachenden Gesellschaftsbildern auseinanderzusetzen, heißt es in dem Papier.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger nannte es wünschenswert, dass es an jeder Schule einen Beauftragten für Demokratieerziehung gebe. Gut sei es auch, Politiker in die Schulen einzuladen, um die aktive politische Diskussion zu fördern.

Gegen den Lehrerpranger

Derzeit möchte die AfD in mehreren Bundesländern Online-Plattformen einrichten, auf denen Schüler und Eltern melden können, wenn Lehrer ihrer Meinung nach gegen das Neutralitätsgebot in Schulen verstoßen. Dagegen schreiben die Kultusminister in ihrem Demokratie-Papier: „Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.“

Auch der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, spricht sich deutlich gegen ein Meldeportal aus. Er fordert eine Reaktion der Kultusministerkonferenz: „Ich erwarte, dass sich die Kultusministerkonferenz am Donnerstag mit dem Thema auseinandersetzt und eine klare Botschaft sendet, dass die Kultusminister einen solchen Pranger ablehnen und dass Schüler nicht zum Anschwärzen ihrer Lehrer aufgerufen werden sollten.“


KNA/mk/sts

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