Gerichtsstreit über Thilo Sarrazins neues Islam-Buch | Kultur | DW | 09.07.2018
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Gerichtsstreit über Thilo Sarrazins neues Islam-Buch

Mit seinen umstrittenen Thesen hat Thilo Sarrazin bereits viele Debatten in Deutschland ausgelöst. Jetzt hat er ein neues Buch über den Islam geschrieben - und sich darüber mit seinem bisherigen Verlag verkracht.

Keine Frage, Thilo Sarrazins Bücher verkaufen sich gut. Sie werden höchst kontrovers diskutiert und erreichen dabei Millionen-Auflagen. Den Anfang machte 2010 der Titel "Deutschland schafft sich ab", mit dem Sarrazin eine hitzig geführte Debatte über die deutsche Einwanderungspolitik und muslimische Migranten auslöste. Kritiker warfen ihm Polemik und Rassismus vor, andere fanden, dass endlich einmal einer die Wahrheit sage. Auf Druck der Öffentlichkeit musste Sarrazin kurze Zeit später seinen Vorstandsposten bei der Bundesbank aufgeben. Doch er schrieb weiter: Es folgten Bücher über den Euro und das "Wunschdenken" in der Politik.

Für diesen Sommer hat er nun ein neues Werk vorgelegt. Der Titel: "Feindliche Übernahme - wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht". Es sollte eigentlich, so wie die vorherigen vier Bücher auch, in der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) erscheinen, die zu Random House gehört. Doch es gab eine Auseinandersetzung zwischen dem Autor und dem Verlag "über das Erscheinen oder Nicht-Erschienen des Buches", sagte der Pressechef der DVA, Markus Desaga, der Deutschen Welle. Zu einer Einigung war es nicht gekommen, die Sache wurde nun vor dem Münchner Landgericht verhandelt.

Hinter einem Roten Banner, auf dem der Name Thilo Sarrazin steht halten Menscehn Zettel hoch, auf denen Halt's Maul oder Rassist steht (imago/Christian Thiel)

Protest gegen Sarrazin und seine Bücher

Ein neuer Verlag war schnell zur Stelle

Sarrazin wirft dem Verlag Rufschädigung vor, weil Random House das Buch plötzlich nicht mehr habe veröffentlichen wollen, während die Gegenseite argumentiert, dass das Manuskript zu jener Zeit aufgrund der großen Menge an Fußnoten, welche alle geprüft werden müssen, noch nicht publizierbar gewesen wäre. Der vorsitzende Richter am Landgericht München warb in der Verhandlung für eine gütliche Einigung. 

Um seine Veröffentlichung muss ein Besteller-Autor wie Sarrazin indes nicht bangen. Ein neuer Verlag war schnell gefunden: Am Freitag kündigte der Finanzbuch Verlag der Münchener Verlagsgruppe an, das Buch Ende August 2018 veröffentlichen zu wollen. Es soll etwa 450 Seiten umfassen. 

pl/ka (dpa, Deutsche Verlags-Anstalt)

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