Geräusche | Sprachbar | DW | 01.01.1970
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Geräusche

Geräusche sind immer da – man kann ihnen nicht aus dem Weg gehen, ohne sich die Ohren zuzuhalten. Und selbst dann sind einige von ihnen nicht zu vertreiben. Sie können vertraut oder fremd, schön oder beängstigend sein.

Es beginnt schon morgens vor dem Aufwachen. Erbarmungslos dröhnt es an unser Ohr, das rhythmische, in der Lautstärke anschwellende Piepsen des elektronischen Weckers. Die Frequenz ist unangenehm, an Schlaf nicht mehr zu denken, in den Ohren klingelt’s, bis wir die Austaste drücken und inständig wünschen, das wäre alles nicht wahr. Leider lassen sich die Ohren nicht täuschen.

Morgen-Geräusche

Also gut. Raus aus dem Bett, rein ins Bad. Die Nachbarn sind auch schon auf. Rauschen in der Wasserleitung. Unten fällt geräuschvoll die Haustür ins Schloss. Ja, geräuschvoll ist gut. Es scheppert hohl im Altbautreppenhaus. Krach, Lärm - das harmlose Wort ist 'Geräusch' - rund um die Uhr. Selbst nachts das ferne Dröhnen der Autobahn und ab und an das Brummen der Flugzeuge hoch am Himmel auf einer der Nord-Süd Routen.

Des Nachbarn Trockenrasierer und Radio hört man durch die Wand. Dumpf dringt die Stimme des Nachrichtensprechers herüber. Duschen, Anziehen, Gang in die Küche. Die Kaffeemaschine zischelt und schnorchelt, der Toaster ratscht und gibt die beiden Brotscheiben frei. Drüben von der Brücke her nähert sich schnell das schrille Auf und Ab eines Martinshorns. Das Krankenhaus ist nicht weit.

Geräusche von draußen

Wieso kommt niemand mal auf die Idee, den Gleiskörper am Heidelberger Bismarckplatz zu reparieren? Nach dem kreischenden lang gezogenen Schleifgeräusch der ersten Straßenbahn lässt sich die Uhr stellen. Später dann, wenn der Straßenlärm gleichförmig, das Gehupe, Gebimmel, die Anfahrgeräusche der Autos und das Bremsenquietschen zur undurchdringlichen Geräuschkulisse werden, fällt die Straßenbahn nicht mehr auf. Vom Fluss her jetzt das dröhnende Tuten eines Frachtschiffs.

Es ist ohne jeden Zweifel Mittwoch; denn unüberhörbar werden die Mülltonnen aus dem Hof auf die Straße gerollt. Das rumpelt und poltert als würde ein kleiner Güterzug durch den Hausflur fahren. Und jetzt ist auch Niklas, der jüngste Hausbewohner, wach. Herzzerreißend heult er, hat aber wahrscheinlich nur Hunger gehabt, denn ein paar Minuten später hört man nichts mehr von ihm. Auf dem Weg zum Bus vorbei an der Baustelle. "Wir bauen für Sie …". Ja. Und wie! Ein Heidenlärm, eine ohrenbetäubende Mischung, eine Klanghölle aus Betonbohrern, Presslufthämmern, Dampframmen und dem Nerven zerfetzenden Sirren der Trennscheiben, wenn Eisenstäbe geschnitten werden.

Was ist ein Geräusch?

"Die Bedeutung … von Geräusch“, heißt es in einem alten Wörterbuch, "deckt eine Reihe von Tönen, die nicht harmonisch verbunden sind". Nicht zuletzt deshalb zählt Musik erst einmal nicht zu jenen akustischen Eindrücken, die man Geräusche nennt. Was nun keineswegs heißt, dass Musik grundsätzlich einen angenehmen Höreindruck hinterlässt, zum Beispiel wenn sie schlecht gespielt wird, oder die kleine Julia in der Wohnung über uns ab Ostern tapfer Weihnachtslieder auf der Blockflöte übt. "Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie mit Geräusch verbunden", heißt es bei dem Dichter Wilhelm Busch.

Musik kann als Geräuschkulisse in der Tat auf die Nerven gehen. Die Berieselung mit seichter Unterhaltungsmusik in den Supermärkten, die unvermeidlichen landestypischen Evergreens beim Italiener, Griechen oder sonst wo, das Wummern der Bässe aus den Autolautsprechern in der Hutablage, das grenzt mitunter schon an akustische Umweltverschmutzung.

Willkommene Geräusche

Aber weg von der Musik und wieder hin zum Geräusch: Es gibt auch angenehme. Das Meeresrauschen beispielsweise ist Balsam für geschundene, vom alltäglichen Lärm genervte Großstadtmenschen; oder das Flüstern des Windes im Wald, das Zwitschern der Vögel; auch das sind Geräusche, aber solche, die gut tun. Als lärmgepeinigter, gestresster Mensch sollte man öfter mal ’raus fahren in die Natur. Das Auto stehen lassen und wandern. Denn wenn sich erst einmal Geräusche einstellen, die im und nicht außerhalb des Ohres entstehen, nämlich jenes hässliche anschwellende Pfeifen, das Tinnitus genannt wird, dann ist es allerhöchste Zeit, sich etwas Gutes zu tun. Also rechtzeitig raus aus dem Krach und Lärm. Am besten Urlaub machen. Und: Den Wecker zu Hause lassen ...

Fragen zum Text

Welches Geräusch macht ein Wecker normalerweise?

1. klingeln

2. husten

3. bellen

Welches Geräusch machen die Reifen eines bremsenden Autos?

1. dröhnen

2. scheppern

3. quietschen

Welches Geräusch macht ein kleiner Vogel?

1. brüllen

2. zwitschern

3. poltern

Arbeitsauftrag

Schreiben Sie aus dem Text die Verben für verschiedene Geräusche heraus und suchen Sie im Wörterbuch nach weiteren Verben für bestimmte Geräusche. Machen Sie eine Liste: Welches Ding, welches Lebewesen macht welche Geräusche?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads