Genugtuung über Anklage gegen Weinstein | Aktuell Amerika | DW | 25.05.2018
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Justiz

Genugtuung über Anklage gegen Weinstein

Die Festnahme und Anklage gegen den Hollywood-Produzenten Weinstein ist ein wichtiger Schritt zur Aufklärung der Vergewaltigungsvorwürfe. Frauen, die Anklage gegen Weinstein führen, sehen es bereits als Erfolg.

USA New York - Harvey Weinstein stellt sich der Polizei (picture-alliance/dpa/AP Photo/J. Cortez)

Harvey Weinstein (Bildmitte, mit Unterlagen) stellt sich der Polizei in New York

Die Schauspielerin Rose McGowan hatte den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein im Oktober als eine der ersten der Vergewaltigung beschuldigt. Im Interview mit dem Sender ABC erklärte sie: "Ich muss zugeben, dass ich nicht damit gerechnet habe, ihn eines Tages in Handschellen zu sehen." Sie stehe unter Schock. Etwas später postete McGowan auf Twitter: "Wir haben Dich, Harvey Weinstein, wir haben Dich."

Aber es gab auch zurückhaltendere Wertungen. Auch wenn Weinstein vor Gericht gestellt werde, wäre es bis zu einer Verurteilung wegen sexueller Übergriffe noch ein weiter Weg, betonte die Strafverteidigerin und Ex-Staatsanwältin Julie Rendelman der Nachrichtenagentur AFP.

Anklage in zwei ersten Fällen

Mehr als sieben Monate nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe ist der 66-Jährige in zwei ersten Fällen angeklagt worden. Weinstein werden Vergewaltigung und ein weiterer sexueller Übergriff vorgeworfen, wie die Bezirksstaatsanwaltschaft von Manhattan mitteilte. Die Taten ereigneten sich in den Jahren 2004 sowie 2013 und richteten sich demnach gegen zwei verschiedene Frauen.

Weinstein hatte sich zuvor den New Yorker Behörden gestellt. Er erschien am Freitagmorgen in einer Polizeiwache in Manhattan, wo er von dutzenden Fotografen und Fernsehteams erwartet wurde. Die Polizei teilte knapp mit, der Mann sei "festgenommen, erkennungsdienstlich behandelt und der Vergewaltigung, krimineller sexueller Handlungen, des sexuellen Missbrauchs und sexuellen Fehlverhaltens" beschuldigt worden. Anderthalb Stunden später verließ der Ex-Produzent die Wache in Handschellen und wurde in einem nahegelegenen Gericht einem Richter vorgeführt. Dieser verfügte Weinsteins Freilassung unter Auflagen. Der 66-Jährige musste eine Kaution in Höhe von einer Million Dollar hinterlegen und bekam eine elektronische Fessel.

Uma Thurman und Harvey Weinstein (Getty Images/AFP/A.-C. Poujoulat)

Uma Thurman ist einer der weiblichen Stars, die Weinstein (rechts) beschuldigen

Der frühere Erfolgsproduzent musste zudem seinen Pass abgeben und darf sich nur in New York und im benachbarten Bundesstaat Connecticut aufhalten. Eine weitere Anhörung wurde für den 30. Juli anberaumt. Weinsteins Anwalt Ben Brafman kündigte an, sein Mandant werde auf nicht schuldig plädieren. "Wir wollen sehr schnell vorgehen", um eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen, sagte der Strafverteidiger. Die Vorwürfe gegen seinen Mandanten seien "verfassungsrechtlich fehlerhaft" und nicht ausreichend durch Beweise gedeckt.

Auch Morgan Freeman beschuldigt

Inzwischen werfen dem Produzenten mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow vor, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Weinstein bestreitet die Vorwürfe. Nach seiner Darstellung war der Sex immer einvernehmlich.

Etliche Schauspieler und Persönlichkeiten im Umfeld Hollywoods wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein ebenfalls sexueller Übergriffe beschuldigt. Zuletzt musste sich auch der populäre US-Schauspieler Morgan Freeman zu Vorwürfen der sexuellen Belästigung äußern. Wie der US-Sender CNN berichtet, hat das Kreditkarten-Unternehmen Visa vor dem Hintergrund die Zusammenarbeit mit Freeman zunächst beendet.

ml/stu (afp, rtr) 

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