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GE legt nach

20. Juni 2014

Die Hinhalte-Taktik der französischen Regierung geht auf. General Electric hat im Kampf um Alstom seine Offerte verbessert und dabei auch vom Konkurrenten Siemens gelernt.

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Bild: picture-alliance/dpa

Erst am Montag hatte Siemens gemeinsam mit Misubushi Heavy Industries ein Angebot für Teile des französischen Industriekonzerns Alstom vorgelegt. Doch sowohl der französische Präsident als auch der Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung spielen die Übernahme-Konkurrenten gegeneinander aus, um möglichst viel für den Sanierungsfall Alstom rauszuholen. Diese Taktik geht nun auf, denn General Electric hat seine Offerte für Alstom verbessert.

Dabei bleibt der Preis bei den bisher angesetzten 12,35 Milliarden Euro. Doch der US-Industriekonzern General Electric will sich den Zugriff auf Alstoms Energiegeschäft durch das Versprechen einer engen Kooperation sichern. "Wir haben Vereinbarungen mit Alstoms Management getroffen, die eine Allianz zwischen unseren beiden Unternehmen sowohl im Geiste als auch in der Praxis schaffen werden", erklärte GE-Chef Jeff Immelt in einer Mitteilung.

GE sicherte die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen zu sowie den Verbleib einer starken Geschäftsführung im Land. Den Vorschlägen zufolge sollen Gemeinschaftsfirmen für Stromnetze und erneuerbare Energien entstehen. Auch im Nukleargeschäft und den damit verbundenen Dampfturbinen sollen die Unternehmen zusammenarbeiten, wobei der französischen Regierung über eine Vorzugsaktie ein Vetorecht zugesichert wird. Seine Signaltechnik will GE an Alstom verkaufen, um deren Bahnsparte zu stärken. Auch Siemens und Mitsubishi hatte bei seinem Vorschlag am Montag (16.06.2014) auf Partnerschaft und nicht auf Übernahme gesetzt.

Wer macht das Rennen?

GE hat es wie Siemens vor allem auf das Gasturbinen-Geschäft von Alstom abgesehen. Die Konzerne müssen auch die Regierung in Paris für sich gewinnen. Wer die besseren Karten hat ist dabei unklar. Beim Alstom-Vorstandsvorsitzende Patrick Kron hat GE dabei deutlich die besseren Karten. Er gilt als erbitterter Gegner eines Geschäftes mit Siemens. Analysten zitierten ihn Donnerstag mit den spöttischen Worten: "Sie (Siemens) wollen unserer Gasgeschäft (...) und wir sollen ihr Transportgeschäft übernehmen (...), nun ja, sie dürfen träumen."

Laut Insidern wird auch über eine Beteiligung der französischen Staatsbank BPI spekuliert. Ein Einstieg von PBI gelte unabhängig davon, welcher der beiden Bieter den Zuschlag für Alstom bekomme, so der Insider. Der Alstom-Verwaltungsrat soll sich bis Montag zwischen der 12,4 Milliarden Euro schweren Offerte des US-Konzerns General Electric und einem Gegengebot eines Konsortiums aus Siemens und der japanischen Mitsubishi Heavy entscheiden.

nm/wl (dpa, rtr, afp)