Gemeinsam in die Krise | Podcast Wirtschaft | DW | 05.07.2022
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Podcast Wirtschaft

Gemeinsam in die Krise

Russisches Gas und Erneuerbare Energien +++ Steigende Preise und die gemeinsame Sache +++ Wiederaufbau und anhaltende Zerstörung

Deutschland erhält von Russland derzeit weniger Gas als üblich. Momentan strömen nur rund 40 Prozent der normalen Gasmenge durch die Pipeline Nord Stream 1. In der kommenden Woche wird die Pipeline planmäßig gewartet, dann werden die Lieferungen ganz eingestellt. Der Düsseldorfer Energieversorger Uniper, der früher zu Eon gehörte, ist darüber bereits in Schieflage geraten. Er muss deutlich mehr für Gas ausgeben als früher, kann die Preise wegen langlaufender Verträge aber nicht uneingeschränkt an seine Kunden weitergeben. Eine Pleite würde die ohnehin angespannte Lage am deutschen Energiemarkt noch verschärfen. Die Bundesregierung will Firmen wie Uniper helfen und sich notfalls auch an ihnen beteiligen - und plant dafür eine Gesetzesänderung.

Russisches Gas und Erneuerbare Energien

Angesichts steigender Energiepreise und der großen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas dreht sich in der Politik gerade alles um Schadensbegrenzung. Das hat auch Folgen für die geplante Energiewende, also die Umstellung der Wirtschaft von fossilen Energieformen auf erneuerbare. Dass grüne Energie wie Windkraft ausgebaut werden soll, war bereits beschlossen. Einige Streitpunkte über das Wie hat die Ampelkoalition heute ausgeräumt, und die Grünen mussten dabei auch einige Kröten schlucken.

Steigende Preise und die gemeinsame Sache

Die steigenden Energiekosten sind ein wichtiger, aber nicht der einzige Grund für die hohe Inflation, die in Deutschland bei fast acht Prozent liegt. Und weil all über die steigenden Preise klagen, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz am Montagnachmittag Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem Treffen eingeladen, das den Auftakt bilden soll für eine sogenannte Konzertierte Aktion. Der Begriff stammt aus den 1960er Jahren und bedeutet nichts anderes, dass sich alle Seiten miteinander abstimmen sollen, um zu verhindern, dass die Inflation völlig aus dem Ruder läuft. Nach dem Treffen wurden keine konkreten Ergebnisse genannt, aber es soll weitere Treffen geben.

Inflationsbekämpfung auf Türkisch

Während die Inflation von fast acht Prozent in Deutschland alle nervös macht, gibt sich die türkische Regierung angesichts einer Inflation von fast 80 Prozent noch relativ entspannt. Eine Erhöhung der Leitzinsen soll jedenfalls weiter vermieden werden. Das ist nach Ökonomen-Sicht zwar das beste Mittel gegen Inflation, doch der türkische Staatschef Erdogan hält hohe Zinsen für Teufelszeug und hat deswegen auch schon mehrere Notenbankchefs gefeuert. Stattdessen ersinnt seine Regierung immer neue Tricks und Kniffe, um die Inflation irgendwie zu umgehen, etwa mit Devisengeschäften für Firmen.

Wiederaufbau und Zerstörung

Mehr als 40 Staaten und internationale Organisationen haben sich nach zweitägigen Beratungen im Schweizer Lugano zur Hilfe beim Wiederaufbau der Ukraine bekannt. Konkrete Geldzusagen sind damit allerdings noch nicht verbunden. Die ukrainische Regierung beziffert die Kosten für den Wiederaufbau bislang auf 720 Milliarden Euro. Vor Ort reicht das Geld aber oft nicht mal für eine neue Fensterscheibe. Ein Bericht aus dem ukrainischen Ort Butscha, der vor kurzem noch schwer umkämpft war.
 

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Redakteur am Mikrofon: Andreas Becker
Technik: Gerd Georgii