Gemüsebeete mitten in der Stadt | Top-Thema – Podcast | DW | 18.08.2015
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Top-Thema – Podcast

Gemüsebeete mitten in der Stadt

Wer Lust am Gärtnern hat, sollte die Stadt Andernach am Rhein besuchen. Hier darf jeder pflanzen und ernten. Statt Blumen gibt es am Straßenrand Kartoffeln und leckere Erdbeeren.‎

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Gemüsebeete mitten in der Stadt – das Top-Thema als MP3

Vor der alten Schlossmauer, mitten im Zentrum der Stadt Andernach am Rhein, pflücken die Bürger, was bei ihnen zu Hause auf den Tisch kommt: Salat, Tomaten oder Bohnen – alles frisch und bio. Dabei sind die Obst- und Gemüsebeete gar nicht ihr Privatbesitz, sondern gehören der Stadt.

Andernach hat öffentliche Flächen in öffentliche Gärten verwandelt, und jeder darf sich nehmen, was ihm gefällt. Hier heißt es „Betreten und pflücken ausdrücklich erwünscht“ statt „Betreten verboten“. Die Stadt sät, und die Bürger ernten: Jeder darf mitmachen. „Ich finde die Idee klasse, dass sich jeder bedienen darf“, meint eine Mutter, die ihren Kinderwagen auf dem Weg zwischen den Beeten schiebt.

Die einzige Schwierigkeit im Moment: Manchmal würden die Bürger die Früchte ernten, bevor sie richtig reif sind, erklärt Karl Werf, Mitbegründer des Projekts „Essbare Stadt“ in Andernach. Auf einigen Beeten hat die Stadt deshalb Schilder mit dem Hinweis „Nicht erntereif“ hingestellt. Die Weintrauben sind zum Beispiel noch nicht so weit und müssen in der Sonne noch weiter reifen. In Andernach wachsen übrigens nicht nur heimisches Obst und Gemüse, sondern auch exotische Pflanzen wie zum Beispiel Feigen oder Granatäpfel.

2010 hat Andernach mit dem Projekt „Essbare Stadt“ begonnen. „Es bringt die Bürger der Stadt näher zusammen“, meint Achim Hütten, Oberbürgermeister von Andernach. Heute kommen viele Touristen in die 30.000-Einwohner-Stadt, weil sie neugierig auf die Gärten für alle sind. Viele Besucher sind immer noch unsicher und fragen, ob sie wirklich alles pflücken dürfen? Ja, sie dürfen in Andernach alles pflücken und probieren.


Glossar

gärtnern – einen Garten pflegen; sich um die Pflanzen kümmern

etwas pflanzen – eine Pflanze mit Wurzeln in die Erde setzen

etwas pflücken – Früchte vom Baum, Strauch oder der Pflanze abnehmen

Bohne, -n (f.) – eine Gemüseart, die eine längere oder runde Frucht hat

bio – Abkürzung für: biologisch; so, dass Lebensmittel ohne bestimmte chemische Zusätze hergestellt sind

Beet, -e (n.) – ein Stück Land auf dem Obst-, Gemüsepflanzen oder Blumen wachsen

etwas verwandeln – etwas komplett verändern

etwas klasse finden – etwas sehr gut finden

sich bedienen – sich etwas nehmen

essbar – so, dass man es essen kann

betreten ausdrücklich erwünscht – so, dass es gewollt ist, dass man irgendwo hin- oder draufgeht

etwas säen – hier: Samen einer Pflanze in die Erde setzen

Mitbegründer,- /Mitbegründerin, -nen – jemand, der mit anderen zusammen etwas Neues geschaffen hat

erntereif – so, dass Gemüse oder Obst eingesammelt oder → gepflückt werden kann

Weintraube, -n (f.) – die Früchte, aus denen Wein gemacht wird

noch nicht so weit sein – noch nicht fertig sein

übrigens – nebenbei gesagt

heimisch – hier: Pflanzen, die aus dem eigenen Land kommen

exotisch – hier: Pflanzen, die aus einem weit entfernten Land kommen; fremd

Feige, -n (f.) – eine tropische Südfrucht

Granatapfel, Granatäpfel (m.) – die Frucht des Granatbaums


Fragen zum Text

1. Was steht im Text
?
a) Weil die Obst- und Gemüsebeete der Stadt Andernach gehören, dürfen nur der Mitbegründer des Projekts „Essbare Stadt“ und der Oberbürgermeister dort alles ernten.
b) Die Obst- und Gemüsebeete sind Privatbesitz der Bürger der Stadt Andernach, und deshalb dürfen sie dort alles ernten.
c) Obwohl die Obst- und Gemüsebeete nicht im Privatbesitz der Bürgern der Stadt Andernach sind, dürfen sie dort alles ernten.

2. Welche Aussage trifft zu? In der Stadt Andernach …
a) wächst nur Obst und Gemüse aus der Region.
b) wachsen auch Pflanzen, die normalerweise nicht in Deutschland heimisch sind.
c) wächst nur Gemüse, aber kein Obst.

3. Viele Touristen kommen nach Andernach, weil sie …
a) mit den Bürgern der Stadt Obst und Gemüse essen wollen.
b) die Gärten für alle sehen wollen.
c) in den öffentlichen Gärten der Stadt Blumen pflanzen wollen.

4. Welches Wort passt? Die Bürger finden es klasse, … die Stadt gemacht hat.
a) dass
b) das
c) was

5. Welches Wort passt hier nicht? Viele Besucher wollen wissen, … sie alles pflücken dürfen.
a) das
b) ob
c) was


Arbeitsauftrag
Stellt euch vor, ihr macht eure Stadt zur „Essbaren Stadt“. Welche Flächen würdet ihr in Obst- und Gemüsebeete umwandeln. Wo ist für ein solches Projekt Platz in eurer Stadt? Begründet eure Entscheidung und denkt auch darüber nach, was ihr dort pflanzen wollt? Wie könnte die Pflege der Beete organisiert werden?

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