″Geist des Ramadan″ soll Libyen helfen | Aktuell Welt | DW | 25.04.2020
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Forderung nach Waffenruhe

"Geist des Ramadan" soll Libyen helfen

Ungeachtet internationaler Initiativen - in Libyen wird weiter gekämpft. Nun nehmen Deutschland, Frankreich, Italien und die EU den islamischen Fastenmonat zum Anlass, einen Appell an die Konfliktparteien zu richten.

Deutschland, Frankreich, Italien und die Europäische Union haben ihre Forderung nach einer "humanitären Waffenruhe" in Libyen bekräftigt. Trotz aller diplomatischer Bemühungen gingen die Kämpfe in dem nordafrikanischen Krisenstaat unvermindert weiter, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Heiko Maas, Jean-Yves Le Drian, Luigi Di Maio und des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. "Die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben die Besorgnis verstärkt, besonders mit Blick auf die seit langem leidende libysche Bevölkerung."

In der Erklärung werden "alle Akteure in Libyen aufgerufen, sich vom Geist des Ramadan inspirieren zu lassen und die Diskussionen über einen dauerhaften Waffenstillstand wieder aufzunehmen". Alle Kräfte müssten nun vereint werden "gegen einen gemeinsamen Feind": die Coronavirus-Pandemie.

Deutschland Heiko Maas (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Gibt Libyen nicht auf: Bundesaußenminister Heiko Maas

Neun Jahre Bürgerkrieg

Seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Die von den Vereinten Nationen anerkannte Einheitsregierung von Fajes al-Sarradsch in Tripolis ist schwach. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von den Truppen von General Chalifa Haftar kontrolliert. Dieser startete vor einem Jahr eine Offensive auf Tripolis, die Kämpfe rund um die Hauptstadt hatten zuletzt den Intensität zugenommen.

Gegen eine Mitte Januar ausgehandelte Waffenruhe gab es nach UN-Angaben schon mehr als 800 Verstöße. Damals hatte Deutschland eine Konferenz zur Vermittlung zwischen den Konfliktparteien in Berlin abgehalten.

wa/pgr (afp, dpa)

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