Geisel auf den Philippinen erschossen | Aktuell Asien | DW | 31.05.2019
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Terrorismus

Geisel auf den Philippinen erschossen

Die Terrorgruppe Abu Sayyaf hielt einen Niederländer sieben Jahre lang als Geisel auf den Philippinen fest. Nun wurde der Mann bei einem Fluchtversuch erschossen.

Abu Sayyaf (Getty Images/AFP/R.Gacad)

Kämpfer der Abu Sayyaf in Jolo (Archivbild)

Nach mehr als sieben Jahren Geiselhaft hat die islamistische Terrormiliz Abu Sayyaf auf der Philippinen-Insel Jolo nach Angaben des Militärs einen niederländischen Urlauber getötet. Laut einem Armeesprecher versuchte der Niederländer, während eines Feuergefechts zwischen Militärs und Abu-Sayyaf-Mitgliedern zu entkommen. Sein Leichnam wurde in der Gemeinde Patikul gefunden, etwa tausend Kilometer südlich der Hauptstadt Manila.

Bei dem bewaffneten Zusammenstoß seien sechs mutmaßliche Terroristen getötet worden, so der Armeesprecher. Darunter auch die Frau von Radullan Sahiron, einem der führenden Mitglieder der Miliz. Sahiron steht seit der Entführung von US-Touristen im Jahr 2001 auf der Fahndungsliste der USA.

Die Niederlande bestätigten inzwischen den Tod des Mannes aus Groningen. Außenminister Stef Blok sagte, er erwarte von den Philippinern eine vollständige Aufklärung des Mordes. "Ich bin schockiert von diesem schrecklichen Ausgang."

Lösegeld für den bewaffneten Kampf

Der getötete Niederländer war seit Februar 2012 in der Gewalt von Abu Sayyaf - so lange wie keine andere Geisel zuvor. Der 59-Jährige war zusammen mit einem Schweizer und ihrem philippinischen Führer verschleppt worden, als die drei in der Provinz Tawi-Tawi Vögel beobachten wollten. Der Philippiner konnte kurz darauf entkommen. Dem Schweizer gelang 2014 die Flucht.

Abu Sayyaf versucht seit Jahrzehnten, mit Entführungen und Lösegeldzahlungen ihren bewaffneten Kampf zu finanzieren. Vor zwei Jahren ermordete die Gruppe ein deutsches Seglerpaar.

jv/jj (dpa, ap, rtr)

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