Gegenoffensive von IS-Milizen im Süden Syriens | Aktuell Nahost | DW | 25.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Syrien-Krieg

Gegenoffensive von IS-Milizen im Süden Syriens

Bei mehreren Explosionen in und um Al-Suwaida im Süden des Landes sind laut Aktivisten mehr als 180 Menschen getötet worden. Verantwortlich für die offenbar koordinierten Selbstmordattentate soll die Terrormiliz IS sein.

Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana hätten Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) versucht, die Stadt anzugreifen. Ein Attentäter habe sich auf einem Markt in die Luft gesprengt. Sicherheitskräften sei es gelungen, zwei weitere Männer zu erschießen, ehe sie die mitgeführten Sprengsätze zünden konnten.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, insgesamt hätten vier Angreifer ihre Sprengstoffgürtel gezündet. Ein Anwohner sagte, unter den Menschen in Al-Suwaida herrsche Panik. Andere Augenzeugen berichteten, Explosionen hätten das ganze Gebiet erschüttert.

Koordinierte Angriffe

Die in Großbritannien ansässigen Menschenrechtler berichteten, der IS habe außerdem im Umland bei gleichzeitigen Angriffen mehrere Dörfer unter Kontrolle gebracht. 

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte verfügt über ein ausgedehntes Informanten-Netz im Bürgerkriegsland Syrien. Ihre Angaben sind jedoch so gut wie gar nicht zu überprüfen. Syrische Staatsmedien bestätigten, dass es Tote und Verletzte in Al-Suwaida und umliegenden Dörfern gegeben habe, doch nannten sie keine Zahl. 
 

Die syrische Armee und ihre Verbündeten - allen voran Russland - hatte in den vergangenen Wochen den Süden des Landes größtenteils wieder unter Kontrolle gebracht. Sie bekämpfen dort noch einen IS-Ableger, der ein Gebiet an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen kontrolliert. Sein früheres Herrschaftsgebiet in Syrien hat der IS fast vollständig verloren, ist aber noch in einigen wenigen Regionen aktiv. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana schrieb, die IS-Angriffe in Suweida seien ein Versuch, den Druck auf die letzten IS-Kämpfer zu verringern, "die in den ländlichen Gebieten im Westen von Daraa ihrem unvermeidlichen Ende entgegengehen".

ak/ww (rtre, dpa, afpe)

Die Redaktion empfiehlt