Gefahren beim Sex - Hepatitis B ist nicht zu unterschätzen | Wissen & Umwelt | DW | 14.12.2018
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Geschlechtskrankheiten

Gefahren beim Sex - Hepatitis B ist nicht zu unterschätzen

Wer sich mit dem Hepatitis-B-Virus angesteckt hat, wird es nicht mehr los. Es gibt jedoch eine Impfung gegen die Krankheit. Die Zahl der chronisch Kranken ist auch in Deutschland trotzdem erschreckend hoch.

Sexueller Kontakt ist der häufigste Grund für eine Infektion mit Hepatitis B. Übertragen wird das Virus über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samen und Scheidenflüssigkeit. Aber auch Urin oder Blut können Auslöser für eine Infektion sein. Tauschen Drogenabhängige verunreinigte Spritzen untereinander, ist die Gefahr sich anzustecken, ebenfalls groß. Das gilt auch fürs Tätowieren mit nicht sterilem Gerät.

Die Infektionsraten in Europa sind relativ hoch, erklärt Norbert Brockmeyer vom Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum. Zwischen den einzelnen Ländern aber gebe es Unterschiede. "Die Raten nehmen von Süden nach Norden ab", so Brockmeyer. 

Kinder mit Hepatitis B

Chemikalien wie DDT und Dioxin in Muttermilch (picture alliance/dpa)

Babys können sich über Muttermilch infizieren

Auch Kinder können sich mit dem Hepatitis-B-Virus anstecken: über die Muttermilch. Bei einer so frühen Übertragung im Säuglings- oder im Kindesalter kommt es sehr oft zu einer chronischen Hepatitis mit einem relativ schlechten Verlauf. "Bis zu 90 Prozent dieser Fälle sind chronisch", weiß Brockmeyer. Ist die Mutter positiv und nicht entsprechend behandelt, sei eine Übertragung auf das Kind sehr wahrscheinlich. Beispielsweise in Deutschland leben 400.000 bis 500.000 Menschen mit einer chronischen Hepatitis B Erkrankung.

In der Regel werden Schwangere auf Hepatitis B getestet. Aber: "Es wäre sicherlich ratsam, Schwangere mehrfach während der Schwangerschaft zu testen und nicht erst gegen Ende", appelliert Brockmeyer. Entsprechend früh könne die Therapie einsetzen. "So kann verhindert werden, dass es bei der Mutter zu einer hohen Viruskonzentration kommt. Hepatitis B können Ärzte sehr gut mit einem Medikament therapieren, das auch bei der Behandlung von HIV eingesetzt wird. Entsprechend groß ist die Erfahrung mit dem Präparat und seiner Wirkung, so Brockmeyer.

Nicht heilbar, aber therapierbar

Obwohl Ärzte Hepatitis B erfolgreich behandeln, kann das Virus nicht mehr aus dem Körper eliminiert werden. Selbst wenn im Labor das Blut negativ auf Hepatitis getestet wurde, sitzt das Virus weiterhin im Körper. Sinkt die Immunität, kann die Infektion mit  Hepatitis erneut aufflammen. "Man ist dann ansteckend, das Virus vermehrt sich wieder, und es kommt zu den typischen Veränderungen der Leber. Eine Hepatitis-Infektion betrifft den gesamten Körper, als erstes aber kann es das Lebergewebe zerstören", so Brockmeyer. Es könne sich Leberkrebs entwickeln.

Schwere Erkrankung

Erste Anzeichen für eine Leberschädigung können Veränderungen der Leberenzyme sein. Das ist der entscheidende Parameter für eine Diagnose. Die Haut der Betroffenen färbt sich gelb: Das deutet auf Leberversagen hin.

Die Leber (picture-alliance/dpa)

Hepatitis B kann zu schwerwiegenden Leberschädigungen führen

Blutkontakte und Geschlechtsverkehr seien die entscheidenden Dinge, die zu einer Infektion mit dem Hepatitis-Virus führten, erläutert Brockmeyer. "Das Wesentliche aber ist, dass man sich gegen Hepatitis impfen lassen kann. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir in Deutschland die Kinder impfen. Auch Erwachsene, die eine Risikokonstellation haben, sollten sich impfen lassen", rät Brockmeyer. Je mehr Menschen geimpft sind, umso geringer ist das Risiko für die Ausbreitung der gefährlichen Geschlechtskrankheit.