Gefängnisdirektor muss seinen Hut nehmen | Aktuell Welt | DW | 13.08.2019
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Nach Epsteins Tod

Gefängnisdirektor muss seinen Hut nehmen

Der Tod des Geschäftsmanns Jeffrey Epstein in einem New Yorker Gefängnis wirft Fragen auf. Das US-Justizministerium lässt seinen Ankündigungen Taten folgen: Neben dem Gefängnisdirektor trifft es auch zwei Wachen.

Fall Epstein | Nach Epsteins Tod Gefängnisdirektor wurde versetzt (picture-alliance/Zumapress/V. Carvalho)

Der Eingang zum Metropolitan Correctional Center - in dem Gefängnis starb Jeffrey Epstein

Der Direktor der Haftanstalt werde auf Veranlassung von US-Justizminister William Barr während der laufenden Untersuchungen versetzt. Zudem wurden die beiden Wachen, die mit der Aufsicht Epsteins in dessen Todesnacht betraut waren, beurlaubt, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Dem ehemaligen Banker wurde sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen.

Wachen hielten sich nicht an Richtlinien

Der in der US-Elite bestens vernetzte Geschäftsmann Epstein, der zeitweise auch Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, zu Ex-Präsident Bill Clinton und zu Prinz Andrew aus Großbritannien pflegte, starb am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis. Er soll sich umgebracht haben. Epstein wurde dort von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht, wo sein Tod festgestellt wurde. US-Justizminister Barr hatte "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt beklagt und eine gründliche Untersuchung des Falles angekündigt.

US-Justizminister William Barr (picture-alliance/AP Photo/he Advocate/D. Grunfeld)

US-Justizminister William Barr (Archiv) beklagt schwere Unregelmäßigkeiten im Gefängnis

Medienberichten zufolge hielten die beiden Wärter, die Epstein in seiner Todesnacht beaufsichtigten nicht die vorgeschriebene Richtlinie ein, alle 30 Minuten nach dem 66-Jährigen zu schauen. Die beiden Beamten, eine Frau und ein Mann, seien eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Ermittlungs- und Gefängnisbeamte. Epstein nahm sich mutmaßlich in dieser Zeit das Leben. Die Wärter stünden außerdem unter Verdacht, ihren Arbeitsbericht gefälscht zu haben, um ihr fatales Versäumnis zu verschleiern, heißt es in der US-Zeitung.

Zudem soll Epstein trotz eines offenbar vorangegangenen Suizidversuchs nur eine Zeit lang unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Wiederholungsgefahr gestanden haben. Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem schwerreichen Ex-Investmentbanker vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift.

nob/mak (dpa, ap)

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