Gefährliche Gewalteskalation in Gaza | Aktuell Nahost | DW | 12.11.2018
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Nahostkonflikt

Gefährliche Gewalteskalation in Gaza

Reaktion und Gegenreaktion - diese Mechanismen funktionieren bei Israelis und Palästinensern verlässlich. Auslöser war diesmal der Einsatz einer israelischen Spezialeinheit im Gazastreifen.

Israelische Kampfjets haben zahlreiche Ziele im Gazastreifen beschossen. Dabei sind nach palästinensischen Informationen mindestens drei Menschen getötet worden, darunter zwei Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), wie die Gruppierung mitteilte. Ein dritter Palästinenser wurde nach Angaben von Sanitätern bei einem Luftangriff nahe Rafah im Süden des Gazastreifens getötet.

Militante Palästinenser setzten ihre Raketenangriffe auf Israel fort. In der Küstenstadt Aschkelon wurde ein Haus direkt getroffen. Ein Israeli konnte nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden. Eine Frau wurde lebensgefährlich verletzt.

Fernsehsender der Hamas bombardiert

Die israelischen Angriffe galten der radikalislamischen Hamas und der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Darunter seien unter anderem drei Angriffstunnel sowie eine Waffenproduktionsstätte und ein Stützpunkt, um Raketen abzufeuern, erklärte die israelische Armee. Außerdem habe die Luftwaffe die Station des Hamas-Fernsehsenders Al-Aksa in Gaza angegriffen. Dieser verbreite Informationen an Hamas-Kämpfer und rufe zu Terroraktivitäten gegen Israel auf.

Zuvor sollen militante Palästinenser mehr als 300 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert haben. 60 Geschosse konnten nach israelischen Angaben vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen werden. Trotzdem seien Gebäude beschädigt oder zerstört worden, berichtet die israelische Polizei, auch in den Städten Aschkelon, Sderot und Ofakim. Zudem sei ein Bus getroffen worden (Artikelbild). Ärzten zufolge wurden rund 20 Israelis verletzt.

Die nächste Reaktion wurde sogleich angekündigt: Das Militär erklärte, es fliege Luftangriffe "im ganzen Gazastreifen".

Gaza israelischer Luftangriff (Reuters/A. Zakot)

Rauchsäulen über dem Gazastreifen nach den israelischen Luftangriffen

Entführungs- oder Tötungseinsatz?

Die erneute Gewalteskalation war von einem israelischen Spezialeinsatz am Sonntag im Gazastreifen ausgelöst worden. Ziel der Operation war nach palästinensischer Ansicht, einen Kommandeur der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas zu entführen. Die Aktion misslang, der Kommandeur, sechs weitere Palästinenser und ein israelischer Offizier starben.

Ein Sprecher der israelischen Armee betonte: "Dies war kein Tötungsversuch und kein Entführungsversuch." Was jedoch mit dem Einsatz bezweckt wurde, bleibt offen. Die Hamas schwor Rache.

hk/fab/qu (dpa, afp, rtr)

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