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Alternativen zu russischem Gas gesucht

6. Mai 2014

Die sieben führenden Industriestaaten suchen nach Alternativen zu russischem Gas. Helfen soll ein 13-Punkte-Plan. Von heute auf morgen können sie allerdings nicht aus der Abhängigkeit entkommen.

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Ostsee Pipeline
Bild: picture-alliance/dpa

Die G7-Staaten wollen wegen der Ukraine-Krise mit Flüssigas-Importen, neuen Gasspeichern und mehr Pipelines die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern. Bei einem Sondertreffen in Rom vereinbarten die Energieminister der führenden sieben Industriestaaten (G7) am Dienstag einen 13-Punkte-Plan.

So soll es unter anderem mehr Importe von Schiefergas aus Nordamerika geben. Dafür sollen die USA und Kanada Flüssiggas liefern, so Italiens Industrieministerin Federica Guidi nach dem Treffen. Der britische Energieminister Ed Davey erklärte, man habe eine strategische Entscheidung getroffen, um "die russische Energiewaffe zu entschärfen". Dies werde allerdings dauern.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte ebenfalls, dass es keine rasche Lösung geben werde. Die USA hätten den Europäern mitgeteilt, dass sie frühestens Ende des Jahrzehnts mit Schiefergas-Lieferungen rechnen könnten. Für die Ukraine sollen jetzt zudem Notfall-Pläne erarbeitet werden, falls Russland dem Land den Gashahn zudreht.

Eine Energie-KSZE für Europa?

Gabriel forderte neben einer Diversifizierung der Versorgung auch eine politische Initiative unter Einschluss Russlands. "Eigentlich brauchen wir in Europa so etwas wie eine Energie-KSZE." In der Hochphase des Kalten Krieges habe es mit der Helsinki-Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) eine Übereinkunft über Achtung von Grenzen und Völkerrecht gegeben. Heute brauche man eine politische Verständigung, "wie Energiemärkte in Europa funktionieren und arbeiten sollen", sagte Gabriel. "Vor allem brauchen wir eine Verständigung darüber, dass Energieimporte und Energieexporte nie zur politischen und wirtschaftlichen Waffe der Auseinandersetzungen in Europa und der Welt werden dürfen."

Die Rom-Initiative dient als Vorlage für den G7-Gipfel am 4. und 5. Juni in Brüssel. Deutschland pocht auf eine stärkere Rolle erneuerbarer Energien und auf mehr Effizienz, damit weniger Gas zum Heizen benötigt wird. An den Beratungen nahm auch Italiens Premierminister Matteo Renzi teil. Im Rahmen der Diversifizierungs-Strategie wurde eine stärkere Rolle von Flüssiggasimporten und der Aufbau entsprechender Terminals vereinbart. Allerdings sind dies am Ende meist Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Differenzen gab es über eine stärkere Rolle der Atomkraft, Deutschland lehnte eine G7-Vereinbarung für eine allgemeine Atomkraft-Förderung ab.

hb/uh (dpa)