Fußballprofis im Hitzestress | Sport | DW | 25.07.2018
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Training und Spiele bei Rekordtemperaturen

Fußballprofis im Hitzestress

Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitzewelle. Auch die Fußballer, die sich in der Saisonvorbereitung befinden, machen da keine Ausnahme. Der Kreislaufkollaps von Leverkusens Karim Bellarabi sollte Warnung genug sein.

Deutschland Bayer 04 Leverkusen | Kreislaufkollaps Karim Bellarabi (picture-alliance/dpa/Revierfoto)

Bayer-Profi Karim Bellarabi wird nach seinem Kollaps versorgt

Eisbäder, Wasserduschen, Trinkpausen und Training am Morgen - die Hitzewelle in Deutschland macht den Sportlern zu schaffen und erfordert besondere Maßnahmen. Der Kreislaufkollaps von Fußballprofi Karim Bellarabi beim Testspiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV (2:0) am Dienstagabend sollte Warnung genug sein. Der 28 Jahre alte Nationalspieler hatte nach seiner Auswechslung zur Halbzeit der Partie zunächst geduscht und war auf die Ersatzbank zurückgekehrt, ehe er wenig später zusammenbrach. Nachdem ihn ein Notarzt versorgt hatte, verbrachte Bellarabi die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus. Am Mittwoch durfte er die Klinik wieder verlassen, und Bayer 04 gab Entwarnung: "Als Ursache stellten die Ärzte nach umfangreichen Tests und Untersuchungen die hohe körperliche Belastung bei extremer Hitze von deutlich über 30 Grad Celsius fest." Bellarabi soll für einige Tage mit dem Training aussetzen.

"Bei der Hitze ist es extrem. Selbst wenn du nicht spielst, ist es eine brutale Belastung für den Organismus", sagte Trainer Heiko Herrlich. Leverkusen hat sein Training seit vergangener Woche bereits in die Morgenstunden verlegt. "Und wir sagen den Spielern immer wieder, sie sollen ausreichen trinken", berichtete Vereinssprecher Christian Schönhals.

Hitzefrei am Nachmittag

Auch Borussia Dortmund wird auf seiner USA-Reise von hohen Temperaturen geplagt. Nach Passübungen mit Torabschluss sowie einem abschließenden Spiel elf gegen elf endete eine schweißtreibende Übungseinheit der BVB-Profis in Pittsburgh im Eisbecken.

Trotz 33 Grad im Schatten mussten die Profis des Zweitligisten Hamburger SV am Mittwoch in der Elbestadt 100 Minuten lang schuften. Allerdings strich Trainer Christian Titz mit Rücksicht auf die Wärme die geplante Nachmittagseinheit. Die Spieler konnten sich pflegen lassen oder freimachen.

Trinken, trinken, trinken

Bei körperlichen Belastungen - insbesondere im Leistungssport - steigt durch das vermehrte Schwitzen der Flüssigkeitsverlust und die Körperkerntemperatur. Es droht Überhitzung. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Rehabilitation (DGSP) rät, bei Hitze und hoher Luftbelastung durch Schadstoffe und Ozon Trainingsumfang und Intensität zu reduzieren und die Einheiten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Funktionelle Kleidung, die einen Luftaustausch gewährleistet, sei ebenso wichtig wie die richtige Ernährung. Generell gelte: "Flüssigkeitsverlust nach dem Sport durch mineralhaltiges Wasser ausgleichen, bei Hitze mehr trinken!"

Hut auf!

RB Leipzig trifft für das Europa-League-Qualifikationsspiel gegen den schwdischen Verein BK Häcken am Donnerstag keine besonderen Vorkehrungen. Man habe jedoch die Sanitäter für die Problematik sensibilisiert, hieß es beim Bundesligisten. Die Fans wurden aufgerufen, sich mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und eine Kopfbedeckung zu tragen. Das Thema Extra-Trinkpausen während des Spiels werde bei dem offiziellen Treffen mit den Verantwortlichen der UEFA vor der Partie zur Sprache kommen, hieß es.

Wassereimer am Spielfeldrand

An diesem Freitag startet die 3. Liga mit der Partie Eintracht Braunschweig gegen den Karlsruher SC in den Spielbetrieb. Ausgerechnet dann wird laut Wetterprognosen der bisher heißeste Tag des Jahres mit Werten von bis zu 37 Grad erwartet. Auch die Ozonwerte steigen. Die Braunschweiger wollen keine besonderen Maßnahmen treffen. Doch es werden Eimer mit Wasser entlang der Seitenlinien aufgestellt, die den Profis Abkühlung verschaffen können.

sn/ck (dpa, sid)

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