Fußballer Naki protestiert mit Hungerstreik gegen Afrin-Offensive | Aktuell Europa | DW | 21.03.2018
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Proteste in Genf gegen die Türkei

Fußballer Naki protestiert mit Hungerstreik gegen Afrin-Offensive

Der deutsche Fußballer Deniz Naki ist vor dem UN-Gebäude in Genf mit anderen Kurden im Hungerstreik. Sie fordern die Vereinten Nationen auf, gegen die türkische Militärintervention in Syrien vorzugehen.

Schweiz Fußballspieler Deniz Naki | Hungerstreik vor UN in Genf (picture-alliance/dpa/C. Oelrich)

Deniz Nanki vor dem UN-Gebäude in Genf

"Wir bleiben hier, bis sich etwas bewegt", machte Fußball-Profi Deniz Naki vor dem UN-Gebäude in Genf deutlich. "Die Welt muss aufstehen und Stopp sagen", forderte der Deutsch-Kurde. Der 28 Jahre alte frühere St. Pauli-Profi spielte einst für die deutsche U-21-Nationalmannschaft.

200 Mitstreiter hungern mit

Mit ihrer Protestaktion haben Naki und seine Mitstreiter am Montag begonnen. Auf dem Platz vor dem europäischen UN-Sitz demonstrieren etwa 200 Kurden mit Plakaten und Fahnen gegen die türkische Führung. Türkische Abgeordnete, Bürgermeister, Intellektuelle und Aktivisten beteiligen sich an dem unbefristeten Hungerstreik. Die Kurden verlangen von den Vereinten Nationen ein Eingreifen. Die UN müssten das türkische Militär stoppen, das die Stadt Afrin in Syrien am vergangenen Wochenende erobert hat.

Der Fußballer verlaß aus einer gemeinsamen Erklärung: "Mit diesem Hungerstreik möchten wir die Vereinten Nationen an ihre Verantwortung erinnern und gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der türkischen Regierung protestieren."

Die Lage der Zivilisten in der Kurdenregion Afrin im Nordosten Syriens sei dramatisch. Humanitäre UN-Organisationen berichten von verheerenden Zuständen. Zehntausende Menschen seien vor Bomben- und Raketenangriffen auf der Flucht. 

Freunde in Afrin

Naki hat nach eigenen Angaben Freunde in Afrin. "Ich weiß, dass sie geflüchtet sind, aber ich habe seit fünf Tagen nichts mehr von ihnen gehört", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der gebürtige Dürener lebt selbst in Nordrhein-Westfalen. Er war im Januar nahe Düren auf der Autobahn in seinem Auto beschossen worden. Der Fußballprofi äußerte den Verdacht, dass der türkische Geheimdienst MIT hinter den Schüssen stecken könnte. Bis heute sind die Hintergründe jedoch unklar.

Zuletzt hatte Naki beim türkischen Drittligisten Amed Sportif Faaliyetler in Diyarbakir gespielt. Wegen angeblicher Terrorpropaganda für die kurdische Arbeiterpartei PKK war der Fußballer zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die türkische Fußballföderation (TFF) sperrte ihn deshalb lebenslang. Seit Jahren gilt er als erklärter Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

se/as (dpa, n-tv)

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