Fußball-Tristesse am Sonntagabend | Fußball | DW | 28.01.2018
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Hannover - Wolfsburg

Fußball-Tristesse am Sonntagabend

Im Niedersachsen-Duell setzt sich der VfL Wolfsburg bei Hannover 96 durch. Allerdings ist die Partie harte Kost für die wenigen Zuschauer. Ein Glücksschuss bringt die Entscheidung.

Der VfL Wolfsburg gewinnt das Auswärtsspiel bei Hannover 96 mit 1:0 (0:0) und bringt mit dem ersten Sieg nach fünf Partien Luft zwischen sich und die Abstiegszone. Hannover steht nach dem Gegentreffer durch Yunus Malli (72. Minute) weiter im Mittelfeld der Tabelle.

Hannover 96 gegen den VfL Wolfsburg - immerhin ein Derby, das birgt Brisanz, das bringt Spannung. Hätte man denken können. Die "Kleinen", die Aufsteiger aus Hannover, gegen den Meister von 2009. Und trotzdem blieb das Stadion halb leer. Auch wenn die offizielle Vereinsangabe 34.300 Zuschauern die Anwesenheit attestierte. Aber da waren wohl die zu Hause gebliebenen Dauerkartenbesitzer mitgerechnet. Und die, die sich permanent am Würstchenstand aufhielten. Diejenigen jedenfalls, die ihren Sonntagabend anderweitig verbrachten, haben wenig verpasst. Triste Stimmung, einen ramponierten, kaum bespielbaren Rasen und mangelnde Inspiration bei den Kickern.

Tschauner-Fehler besiegelt die Niederlage

Eine Kopfballchance von Wolfsburgs Victor Osimhen, die Philipp Tschauner im Hannoveraner Tor bravourös zunichte machte, das war´s in Halbzeit eins. In der zweiten Hälfte ein Schüsschen von Hannovers Iver Fossum direkt in die Arme von Koen Casteels, eines von Niclas Füllkrug, bei dem sich der Wolfsburger Schlussmann schon mehr anstrengen musste. "Wolfsburg hat sich hinten reingestellt, da haben wir nicht die zwingenden Chancen rausgespielt", kommentierte Hannovers Sportdirektor Horst Heldt nach der Partie bei Sky. Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt entgegnete: "Wir hatten schon gedacht, dass wir etwas mehr mit dem Ball zu tun haben, aber auf diesem Platz ging das nicht. Deshalb haben wir zunächst defensiver gespielt."

Fußball: 1. Bundesliga 20. Spieltag Hannover 96 - VfL Wolfsburg (picture alliance/CITYPRESS 24)

"Wenn ich in halte, werde ich gelobt, wenn nicht, kritisiert ihr mich" - Hannover-Torwart Tschauner nach dem Spiel

Als keiner mehr an ein Tor glauben wollte, kam Yunus Malli. Der Wolfsburger Mittelfeldmann durfte sich in der 72. Minute den Ball auf halblinker Position in Ruhe auf den rechen Fuß legen und aus 30 Metern abziehen. Über dem diesmal trägen Tschauner schlug es Sekundenbruchteile später mittig im Tor ein - ein haltbarer Schuss und nicht unbedingt Ausdruck einer etwaigen Wolfsburger Überlegenheit. "Das darf natürlich nicht sein, dass es so frei zum Schuss kommt und dass er dann auch noch reingeht", sagte Heldt. "Dass die so ein Glückstor machen, ist natürlich Wahnsinn", klagte Niclas Füllkrug, der sein Team bei 80 Prozent Ballbesitz gesehen haben will, und der Platz "ist auch Wahnsinn".

Immerhin wurde es danach wenigstens etwas unterhaltsamer. Nach 86 Minuten kam der eingewechselte Ihlas Bebou aus acht Metern Torentfernung frei zum Schuss, doch seine Direktabnahme knallte nur an die Wolfsburger Latte. Viel mehr tat sich dann aber nicht mehr. Nach 94 Minuten war die Qual für die Zuschauer beendet. Wie sagte doch Wolfsburgs Daniel Didavi nach der Partie so schön: "Wenn wir das Glückstor nicht machen, gewinnen wir nicht".

Hier können Sie die "Höhepunkte" der Partie noch einmal nachlesen.

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