Frontex: Wieder mehr Flüchtlinge auf griechischen Inseln | Aktuell Europa | DW | 30.04.2018
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Flucht nach Europa

Frontex: Wieder mehr Flüchtlinge auf griechischen Inseln

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex registriert wieder eine steigende Zahl von Flüchtlingen aus der Türkei. Frontex-Direktor Fabrice Leggeri fordert eine weitere Aufstockung des Grenzschutzes.

Seit vier bis fünf Wochen seien 17 Prozent mehr Menschen aus der Türkei auf den griechischen Inseln angekommen, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der "Bild" (Feiertagsausgabe zum 1. Mai). Als Grund nannte er, dass wieder mehr Migranten aus dem Iran, Irak und Syrien in der Türkei ankämen.

Über die Türkei kommen viele Familien

Von den Flüchtlingen, die auf diesem Weg versuchen nach Europa zu gelangen, seien fast 40 Prozent Familien, sagte Leggeri. Insgesamt kämen auf den Mittelmeerrouten jedoch überwiegend Männer, über Marokko "fast ausschließlich junge Männer", so der Frontex-Direktor.

Griechenland Lesbos - Flüchtlinge auf dem weg zum Moria Camp nahe der Stadt Mitylene (picture-alliance/NurPhoto/B. Langer)

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos

Leggeri forderte eine weitere Aufstockung des Grenzschutzes und konsequente Abschiebungen. "Wir haben die Außengrenzen jetzt unter Kontrolle", sagte der Franzose. Er warnte jedoch vor einem anhaltenden hohen Migrationsdruck. Im Nahen Osten gebe es viele Schutzbedürftige und in Afrika viele Wirtschaftsmigranten, die in Europa ein besseres Leben suchen wollten.

Leggeri: Zu wenige Abschiebungen

Zusätzlich brauche es eine gemeinsame europäische Migrations- und Asylpolitik, so Leggeri. Dazu gehörten auch konsequente Abschiebungen. Dafür sei Frontex nicht zuständig. "Aber wir stellen fest: Wenn sie fehlt, gibt es Probleme an den Grenzen." Derzeit würden europaweit etwa 40 Prozent der Rückführungsentscheidungen vollzogen. Das sei noch zu wenig, meinte der Frontex-Direktor.

ww/se (dpa, kna)

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