Freilassung aller Flüchtlinge in Libyen gefordert | Aktuell Welt | DW | 12.07.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Flüchtlingshilfe

Freilassung aller Flüchtlinge in Libyen gefordert

Zwei UN-Direktoren wenden sich mit einem dringenden Hilferuf an die internationale Staatengemeinschaft. Sie kritisieren, dass die Zustände in den überfüllten Internierungslagern unhaltbar seien.

Libyen Internierungslager für Flüchtlinge (picture-alliance/AP Photo/M. Brabo)

Ein Flüchtling in einem Internierungslager in Libyen 2016 (Archivbild)

Die internationale Gemeinschaft soll bei der Umsiedlung und dem Schutz von Flüchtlingen und anderen Migranten helfen, verlangen der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR), Filippo Grandi, und der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino. Die unwürdigen Zustände in libyschen Internierungscamps müssen die Aufnahmeländer nach Überzeugung der Vereinten Nationen zum Umdenken zwingen.

Anfang Juli kamen mehr als 50 Migranten nach einem Raketeneinschlag im Internierungslager Tadschura östlich von Tripolis ums Leben. Der Luftangriff war Folge der Kämpfe zwischen den libyischen Regierungstruppen und den Milizen des Generals Chalifa Hafter, der die Regierung der Hauptstadt stürzen will.

UN drängen EU zu Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer

So eine Tragödie dürfe sich unter keinen Umständen wiederholen, erklärten die beiden UN-Direktoren. Die Europäer sollten ihre eingestellten Such- und Rettungsaktionen im Mittelmeer wieder aufnehmen und die Flüchtlinge und andere Asylsuchende in sichere Häfen bringen. Zudem seien dringend Umsiedlungsorte in europäischen und anderen Aufnahmeländern notwendig. Die Rückführung von Migranten nach Libyen, die auf dem Mittelmeer gerettet werden, müsse mit aller Anstrengung gestoppt werden. Das nordafrikanische Land sei kein sicherer Hafen. 

Nach Erkenntnissen des UNHCR und IOM halten sich in Libyen rund 50.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende auf sowie geschätzte 800.000 weitere Migranten. Es sei mehr Hilfe erforderlich, um die Lebensbedingungen in den Lagern zu verbessern und die Menschen besser vor Schmugglern zu schützen, verlangen Grandi und Vitorino.

jvo/uh (dpa, epd, kna)

Die Redaktion empfiehlt