Frauen fordern Ende des Fahrverbots | Aktuell Asien | DW | 09.10.2013
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Aktuell Asien

Frauen fordern Ende des Fahrverbots

Im ultra-konservativen islamischen Königreich Saudi-Arabien haben Politikerinnen erstmals offiziell eine Aufhebung des Fahrverbots für Frauen gefordert.

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen. Drei weibliche Mitglieder des Schura-Rates haben das Gremium jetzt formell aufgefordert, über ihre Forderung zu diskutieren, dieses Verbot aufzuheben. Dies teilte einer der Politikerinnen, Latifa Schaalan, vor Journalisten in der Hauptstadt Riad mit.

In der Vergangenheit hat es immer Vorstöße gegeben, diese anachronistische Regelung aufzuheben, allerdings nicht von offizieller politischer Seite. Die Mitglieder des Schura-Rates werden von König Abdullah ernannt. Er hatte Anfang des Jahres erstmals 30 weibliche Ratsmitglieder berufen. Der Rat hat in der absoluten Monarchie Saudi-Arabiens allerdings nur eine beratende Funktion.

Schaalan betonte, die Schura-Initiative stehe in keinem Zusammenhang mit dem Aufruf einiger Aktivistinnen, Frauen sollten sich am 26. Oktober demonstrativ hinter das Steuer setzen. Im Internet hätten sich Tausende Bürger diesem Aufruf angeschlossen, meldeten Korrespondenten. Rund 3000 Saudis hatten zudem im März eine Petition an die Schura unterzeichnet, in der ein Ende des Fahrverbots für Frauen gefordert wird.

In Saudi-Arabien, das sich als islamischer Gottesstaat versteht in dem Demokratie nicht vorgesehen ist, sind Frauen, über das Fahrverbot hinaus, vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt. Sie stehen in der Regel unter Vormundschaft ihres Ehemannes, des Vater oder des Bruders. Frauen dürfen auch keinen Kontakt zu nicht mit ihnen verwandten Männern haben. Im Arbeitsleben herrscht strenge Geschlechtertrennung.

wl/sti (dpa, afpe)

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