Französischer Konsulatsmitarbeiter schmuggelte Waffen für Palästinenser | Aktuell Nahost | DW | 19.03.2018
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Nahost

Französischer Konsulatsmitarbeiter schmuggelte Waffen für Palästinenser

Ein Angestellter des französischen Konsulats in Jerusalem soll Dutzende Waffen vom Gazastreifen in das Westjordanland geschmuggelt haben. Der junge Mann soll zu einer palästinensischen Schmugglerbande gehören.

Grenze Israel - Westjordanland (Getty Images/AFP/J. Ashtiyeh)

Militär am Grenzübergang Jamala zwischen Israel und dem Westjordanland (Achivbild)

Der 23-Jährige habe bei mindestens fünf Fahrten mit einem Wagen des Konsulats heimlich rund 70 Pistolen und zwei Sturmgewehre aus dem Gazastreifen durch israelisches Gebiet in das Westjordanland gebracht, erklärte der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Dabei habe er ausgenutzt, dass konsularische Fahrzeuge an den Grenzübergängen zwischen Israel und den Palästinensergebieten weniger streng kontrolliert würden. Laut Schin Bet hat Romain F. ausgesagt, er habe die Waffen von einem palästinensischen Mitarbeiter des französischen Kulturzentrums in Gaza erhalten.

"Schwerwiegender Vorfall"

Der junge Franzose war demnach Teil eines Netzwerks palästinensischer Schmuggler. Er habe aus finanziellen Motiven gehandelt, seine Vorgesetzten im Konsulat hätten nichts von seinen Aktivitäten gewusst, erklärte der Inlandsgeheimdienst. Derzeit gelte es als unwahrscheinlich, dass der Mann aus politischen Motiven gehandelt habe, sagte ein Mitarbeiter von Shin Bet der Nachrichtenagentur Reuters. In einer Erklärung des Geheimdienstes heißt es: "Dies ist ein sehr schwerwiegender Vorfall, bei dem die Immunität und Privilegien, die ausländischen diplomatischen Vertretungen in Israel gewährt werden, zynisch ausgebeutet wurden, um Dutzende von Waffen für Terroranschläge gegen israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte zu schmuggeln."

Ein Sprecher der französischen Botschaft in Tel Aviv bestätigte, dass der Verdächtige Mitarbeiter des Generalkonsulats in Jerusalem ist. Frankreich nehme den Fall ernst und kooperiere mit den israelischen Behörden. Das französische Konsulat in Jerusalem wollte sich zum dem Vorgang nicht äußern. Romain F. wurde nach Geheimdienstangaben bereits Mitte Februar festgenommen. Insgesamt gab es nach israelischen Angaben neun Festnahmen. Sechs der Gefassten, darunter der Franzose, sollten am Montag einem Gericht vorgeführt werden.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Israel verhängte daraufhin eine Blockade über das Küstengebiet. Durch Tunnel werden von der ägyptischen Sinai-Halbinsel aus aber Waffen in das Hamas kontrollierte Palästinensergebiet geschmuggelt.

qu/stu (afp, dpa, rtre, APE)

 

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