Französischer Koma-Patient Vincent Lambert ist tot | NRS-Import | DW | 11.07.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Ethik

Französischer Koma-Patient Vincent Lambert ist tot

Der 42-Jährige starb am Donnerstagmorgen in der Uniklinik in Reims. Die Ärzte hatten die künstliche Ernährung vor gut einer Woche gegen den Widerstand der Eltern eingestellt.

Vincent Lambert war Frankreichs bekanntester Wachkoma-Patient. Jahrelang lieferten sich die Eltern des Franzosen einen erbitterten Rechtsstreit mit seiner Ehefrau und den behandelnden Ärzten. Zweimal schon stoppten Ärzte die künstliche Ernährung des Schwerkranken. Beide Male setzten Lamberts Eltern eine Wiederaufnahme durch. Doch der Kampf ist nun vorbei.

Ende Juni machte der Kassationshof als oberste französische Instanz den Weg für das Ende der künstlichen Ernährung frei. Daraufhin stellten Ärzte die Behandlung des 42-Jährigen am vergangenen Dienstag endgültig ein. "Vincent starb heute Morgen um 8.24 Uhr", sagte sein Neffe François der Nachrichtenagentur AFP.

Lambert lag elf Jahre lang im Koma

Lambert lag seit einem Motorradunfall im Jahr 2008 in einer Art Wachkoma. Die katholischen Eltern wollten den Tod ihres Sohnes mit aller Macht verhindern und klagten sich erfolglos durch alle Instanzen. Zuletzt legten sie noch Beschwerde beim UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Lamberts Ehefrau kämpfte hingegen dafür, dass ihr Mann sterben darf.

Nach der Entscheidung des Kassationshofs hatte Lamberts behandelnder Arzt am vergangenen Dienstag die künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr beendet. Zuvor waren medizinische Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass Lambert nicht mehr bei Bewusstsein sei und sein Zustand sich auch nicht bessern werde.

Der Fall löste in eine heftige Debatte über das französische Sterberecht aus. Das Gesetz erlaubt die sogenannte passive Sterbehilfe für schwerkranke Patienten, die künstlich am Leben gehalten werden und keine Chance auf Genesung haben.

mir/AR (afp/kna/dpa)

 

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema