Frans Timmermans zum Spitzenkandidaten gekürt | Aktuell Europa | DW | 08.12.2018
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Europäische Union

Frans Timmermans zum Spitzenkandidaten gekürt

Bei der Europawahl im nächsten Jahr wird der frühere niederländische Außenminister Europas Sozialdemokraten anführen. Er soll Nachfolger von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden.

Frans Timmermans (Imago/Hollandse Hoogte)

Frans Timmermans beim Bovengronds-Festival in seinem Heimatort Heerlen Anfang Dezember

Die rund 1000 Delegierten eines Parteitags in Lissabon bestimmten Frans Timmermans per Akklamation zum Spitzenkandidaten für die Abstimmung im kommenden Mai. Dabei tritt er gegen den deutschen CSU-Politiker Manfred Weber an, der den Posten für die Europäische Volkspartei (EVP) erobern will.

SPD-Chefin Andrea Nahles beglückwünschte Timmermans per Twitter und schrieb: "Europa ist am Scheideweg. Bewegen wir uns auf größere Solidarität zu oder auf 'unsere Nation zuerst'? Wir Sozialdemokraten stehen zusammen, um für ein gerechteres und sozialeres Europa zu kämpfen. Viel steht auf dem Spiel."

Die Sozialdemokraten befinden sich in vielen Ländern der Europäischen Union in einem ausgeprägten Stimmungstief. Populisten sind vielerorts im Aufwind. Umfragen lassen für die Europawahl zurzeit ein schwaches Abschneiden der Sozialdemokraten erwarten.

Einziger Kandidat 

Auf dem Parteitag war der frühere niederländische Außenminister der einzige Bewerber gewesen, nachdem sein slowakischer Konkurrent Maros Sefcovic seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Weber war bereits vor einem Monat von der EVP zu deren Spitzenkandidaten bestimmt worden.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) würdigte den 57-jährigen Niederländer als "ausgewiesenen Fachmann und leidenschaftlichen Europäer". Auch andere führende Vertreter der sozialdemokratischen Parteienfamilie hoben auf dem Kongress in der portugiesischen Hauptstadt Timmermans' Verdienste hervor. Der Niederländer sei "ein Mann, der alle Freiheiten verteidigt", sagte etwa Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. 

Die Spitzenbewerber aus den großen europäischen Parteienfamilien rechnen sich Chancen aus, nach der Europawahl EU-Kommissionspräsident zu werden. Allerdings hatten die EU-Staats- und Regierungschefs im Februar klar gestellt, dass es bei der Personalie "keinen Automatismus" gebe. Der aktuelle Amtsinhaber Juncker will nicht mehr kandidieren.

uh/jj (dpa, afp)