Frankreichs Westküste droht Ölpest | Aktuell Europa | DW | 14.03.2019
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Nach Schiffsuntergang

Frankreichs Westküste droht Ölpest

Die Havarie eines Frachters der italienischen Grimaldi Lines könnte für Frankreich dramatische Folgen haben. Vor der Westküste treiben inzwischen zwei kilometerlange Ölteppiche. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Nach dem Untergang des Frachters "Grande America" in der Biskaya haben französische Helfer einen zweiten Ölteppich vor der Küste entdeckt. Er sei neun Kilometer lang und sieben Kilometer breit, teilte ein Sprecher der zuständigen Meerespräfektur in Brest mit. Der Ölteppich wurde rund 20 Kilometer entfernt von einem ersten ausgemacht, dessen Ausmaß die Präfektur nun mit 13 Kilometern Länge und sieben Kilometern Breite angibt. Der neue Ölfilm sei weniger dicht als der erste, sagte der Sprecher.

Im Einsatz sind Aufklärungsflugzeuge sowie ein Spezialschiff gegen Umweltverschmutzung, wie das Umweltministerium zuvor mitgeteilt hatte. Die Behörden fürchten eine Ölverschmutzung an den beliebten Stränden der Atlantikküste wenige Wochen vor den Osterferien.

Auch die Europäische Agentur für die See-Sicherheit wurde eingeschaltet. Die Bedingungen vor Ort dürften die Einsätze auf See allerdings erschweren. Laut Präfektur erreichten die Wellen eine Höhe von bis zu sechs Metern.

Frachter mit gefährlicher Ladung 

Der Frachter der italienischen Schiffahrtgesellschaft Grimaldi Lines war in Brand geraten und am Dienstag rund 330 Kilometer von der französischen Küste entfernt im Golf von Biskaya gesunken. Das Schiff hatte Gefahrgut an Bord. Der Inhalt von 45 Containern wurde von der Meerespräfektur als gefährlich eingestuft. Außerdem hatte die "Grande America" rund 2200 Tonnen Schweröl an Bord, wie der Sender Franceinfo berichtete. Das 214 Meter lange Schiff, das auch rund 2000 Fahrzeuge transportierte, hatte zuletzt starke Schlagseite bekommen. Die 27 Menschen an Bord wurden von einem britischen Kriegsschiff gerettet. Das Frachtschiff war von Hamburg auf dem Weg nach Casablanca in Marokko.

Umweltminister François de Rugy warnte, die Meeresverschmutzung könnte auch Auswirkungen auf den Tourismus haben, denn die Westküste Frankreichs ist in den Sommermonaten Reiseziel zahlreicher Urlauber aus dem In- und Ausland. 

bri/qu/se (dpa, afp)