Frankreichs Präsident Macron kündigt Hilfspaket für Autobranche an | Aktuell Europa | DW | 26.05.2020
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Konjunkturprogramm geplant

Frankreichs Präsident Macron kündigt Hilfspaket für Autobranche an

Die Corona-Krise hat auch die französische Autoindustrie an den Rand des Abgrunds gebracht. Nun ergreift Präsident Emmanuel Macron die Initiative und stellt umfangreiche Hilfsmaßnahmen in Aussicht.

Social Distancing Abstand halten in Corona-Zeiten weltweit (Foto: Reuters/G. Fuentes)

Hygiene-Auflagen im Renault-Werk: Die Produktion ist langsam angelaufen, der Absatz fehlt

Der Staat werde seine "Unterstützung massiv ausweiten", teilt der Staatspräsident auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Corona-Pandemie habe die Autobranche "brutal" zum Stillstand gebracht. Tausende Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Im Gespräch sind unter anderem Kaufprämien für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Einzelheiten will Emmanuel Macron am Nachmittag bekannt geben.

Der Präsident hat für diesen Dienstag zu einem Autogipfel in den Elysée-Palast eingeladen. Daran nehmen Vertreter der Autokonzerne Renault und PSA, von Zulieferbetrieben sowie der Gewerkschaften teil.

Macron möchte den Hilfsplan für die Autobauer nach einem Besuch bei dem Elektromotor-Hersteller Valéo in der Gemeinde Étaples in Nordfrankreich vorstellen. Damit will die Regierung den Erhalt der rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze bei Herstellern sowie Zuliefer- und Servicebetrieben sichern. Außerdem soll Frankreich beim Ausbau der Elektromobilität eine führende Rolle spielen. Automotive-Unternehmen in Frankreich leidet wie andere in Europa unter dem massiven Einbruch der Neuwagenverkäufe.

"Renault kämpft ums Überleben"

Auch der Chef des angeschlagenen Renault-Konzerns, Jean-Dominique Sénard, ist zu dem Treffen im Elysée-Palast eingeladen. Der Staat hat Renault als 15-prozentiger Anteilseigner eine Kreditbürgschaft in Höhe von fünf Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Renault hatte bereits vor der Coronavirus-Pandemie erstmals seit zehn Jahren rote Zahlen geschrieben. Hintergrund ist der Skandal um den in Japan festgenommenen und später geflohenen früheren Firmenchef Carlos Ghosn. Beobachter erwarten, dass der Autobauer noch in dieser Woche einen milliardenschweren Sparplan präsentiert, der Medienberichten zufolge auch Werksschließungen umfassen dürfte. Renault hat sich bisher noch nicht dazu geäußert.

Erst am Freitag hatte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire deutlich gemacht, dass er Renault in einer schweren Krise sehe. "Renault kämpft um sein Überleben", sagte Le Maire der Zeitung "Le Figaro". Er habe den Antrag des Konzerns zu einem staatlich garantierten Darlehen von fünf Milliarden Euro "noch nicht unterzeichnet." Die Regierung fordere von Renault, "Verpflichtungen in drei Bereichen einzugehen: beim Elektrofahrzeug, beim Respekt gegenüber ihren Zulieferern und bei der Lokalisierung ihrer technologisch fortschrittlichsten Aktivitäten in Frankreich." Le Maire betonte außerdem, dass Renaults große Fabrik Flins im Pariser Großraum nicht geschlossen werden dürfe. "Dies ist die Position der Regierung und des Staates als Aktionär", sagte er dem Sender Europe 1. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", warnte der Minister.

kle/sam (afp, rtr, dpa)

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