Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy muss vor Gericht | Aktuell Europa | DW | 29.03.2018
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Frankreich

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy muss vor Gericht

Er galt als Speedy Sarkozy und zog triumphal in den Elysee-Palast ein. Jetzt muss sich der französische Ex-Präsident vor Gericht verantworten. Eine wichtige Rolle dabei spielt ausgerechnet Muammar al-Gaddafi .

Nicolas Sarkozy (Archivbild) werde illegale Einflussnahme vorgeworfen, meldet die Pariser Zeitung "Le Monde". Der 63-Jährige wird dem Bericht zufolge verdächtigt, sich über ein Netz von Informanten Einblick in Untersuchungen seiner Wahlkampffinanzierung im Jahr 2007 verschafft zu haben. Außerdem soll er im Jahr 2014 versucht haben, einen Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof zu bestechen. Der Verdacht der Einflussnahme sei aufgekommen, als Ermittler in dieser Affäre Telefonmitschnitte ausgewertet hätten.

Sarkozys Anwälte erklärten umgehend, ihr Mandant werde Einspruch gegen eine Verfahrensaufnahme einlegen. Der konservativen Politiker wird seit gut einer Woche offiziell der illegalen Wahlkampffinanzierung verdächtigt. Ihm wird zur Last gelegt, Geld vom ehemaligen libyschen Machthaber Muammar Gaddafi angenommen und in seinen Wahlkampf 2007 gesteckt zu haben. Sarkozy hat diesen Vorwurf als "grotesk" zurückgewiesen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass es Ermittlungen gegen Sarkozy gibt: Er muss sich auch wegen unrechtmäßiger Ausgaben im Wahlkampf 2012 vor Gericht verantworten. Die Libyen-Untersuchungen wurden 2013 aufgenommen. Der 1,68 Meter große Sarkozy, der aufgrund seines Ehrgeizes und seines energischen Auftretens "Speedy Sarkozy" genannt wurde, war von 2007 bis 2012 französischer Staatschef. Auch einer nicht politisch interessierten Öffentlichkeit wurde er spätestens wegen seiner Beziehung zur ehemaligen Sängerin Carla Bruni bekannt.

mm/jj (afp, rtr, ap)

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