Frankreich verzeichnet mehr als eine Million Corona-Fälle | Aktuell Europa | DW | 23.10.2020
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COVID-19

Frankreich verzeichnet mehr als eine Million Corona-Fälle

Als zweites EU-Land nach Spanien hat Frankreich die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen überschritten. Zugleich wurde für die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit 42.032 ein neuer Höchstwert gemeldet.

In den vergangenen 24 Stunden sei die Rekordzahl von 42.032 neuen Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 1.041.075. Insgesamt 34.508 Infizierte starben landesweit seit dem Beginn der Pandemie. Damit ist Frankreich eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Ab diesem Samstag wird in Frankreich zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die nächtliche Ausgangssperre auf große Teile des Landes ausgeweitet. Galt sie bisher für Paris und acht weitere Städte, so betrifft sie künftig 54 Départements und das Überseegebiet Französisch-Polynesien und damit rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. Um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, sagte Finanzminister Bruno Le Maire den betroffenen Départements finanzielle Unterstützung in Höhe von "etwas mehr als zwei Milliarden Euro" zu. Seit vergangenem Wochenende herrscht in Frankreich erneut der Gesundheitsnotstand, mit dem die Regierung weitgehende Beschränkungen per Dekret durchsetzen kann.

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Spanien ging voran

Am Mittwoch hatte Spanien als erstes EU-Land offiziell mehr als eine Million Corona-Infektionen registriert. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte am Freitag jedoch, dass die Gesamtzahl der Infizierten tatsächlich bei über drei Millionen liege. Zu Beginn der Pandemie seien viele Infektionen unentdeckt geblieben, sagte Sánchez.

Angesichts eines neuen Rekords an Neuinfektionen in Frankreich warnte der Chef der öffentlichen Pariser Krankenhäuser vor einer zweiten Corona-Welle, die schlimmer werden könnte als die erste im Frühjahr. Viele seien seit einigen Monaten der Ansicht, es gebe keine echte zweite Welle - doch sei eher das Gegenteil der Fall, mahnte Martin Hirsch dem Rundfunksender RTL. Am Donnerstag hatten die Behörden mehr als 41.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, das waren rund 15.000 mehr als am Vortag.

Castex sieht "schwierigen November"

Premierminister Jean Castex wies darauf hin, dass die Krankenhäuser noch weiter unter Druck geraten könnten und sagte einen "schwierigen November" vorher. Die Neuinfizierten seien die "im Krankenhaus liegenden Kranken von morgen", warnte er auf Twitter. Für den Fall, dass alle bereits getroffenen Maßnahmen nicht greifen, stellte der Premier "noch härtere" Beschränkungen in Aussicht.

Jean Castex

Er warnt seine Landsleute: Premier Jean Castex

"Alles ist auf dem Tisch", sagte auch der Epidemiologe Arnaud Fontanet vom Wissenschaftsrat, einem Beratergremium der französischen Regierung. Das Coronavirus mache "viel schneller die Runde als im Frühling", obwohl es sich um "genau dasselbe" Virus handle, sagte Fontanet dem Sender BFM TV. Noch hoffe er, dass sich eine landesweite Ausgangssperre wie während der ersten Welle vermeiden lasse, "weil wir alles tun, um das zu vermeiden", fuhr Fontanet fort. Örtlich begrenzte Ausgangssperren aber seien "ein Teil der Optionen".

Um Notmaßnahmen in besonders betroffenen Hotspots über einen Monat hinaus ausdehnen oder landesweit verhängen zu können, will die Regierung den landesweiten Gesundheitsnotstand bis einschließlich 16. Februar 2021 verlängern. Dafür benötigt sie jedoch die Zustimmung des Parlaments. Die Nationalversammlung soll bei Sondersitzungen am Samstag und Sonntag über den von der Regierung verabschiedeten Gesetzesentwurf beraten.

kle/ack (dpa, afp)

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