Frankreich kämpft gegen Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen | Aktuell Europa | DW | 27.12.2021
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Corona-Pandemie

Frankreich kämpft gegen Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist so hoch wie nie in Frankreich seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Dennoch scheut die Regierung offenbar drastische Maßnahmen wie einen Lockdown.

Jean Castex am Mikrofon

Keinen Lockdown - verspricht Ministerpräsident Castex vorerst

Boostern ist das wichtigste Mittel der Wahl für die französische Regierung. Ministerpräsident Jean Castex kündigte eine Verkürzung der Zeit bis zur Boosterimpfung an. Von diesem Dienstag an soll die Auffrischungsimpfung bereits nach drei Monaten möglich sein. Und damit dieses Angebot auch schnell und umfassend angenommen wird, sollen Ungeboosterte trotz negativem Test ab dem 15. Januar keinen Zugang mehr zum öffentlichen Leben wie zum Beispiel in Restaurants und Museen mehr haben - vorbehaltlich eines Parlamentsbeschlusses.  

"Ich weiß, es wirkt wie ein Film, der nicht enden will", sagte Castex nach einer Kabinettssitzung. Dank der vor einem Jahr begonnenen Impf-Maßnahmen gehörten die Franzosen jedoch nun zu den am besten geimpften und geschützten Menschen der Welt, so der Ministerpräsident.

Rekordzahlen

Frankreich erlebt einen starken Zuwachs an Neuinfektionen, zuletzt waren es mehr als 100.000 pro Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Fälle pro 100.000 Einwohner angibt, liegt über 700. Die Omikron-Variante könnte schon zum Ende des Jahres vorherrschend sein, befürchten Experten.

Maskenpflicht und Home-Office

Dennoch schließt Ministerpräsident Castex einen Lockdown aus, genauso wie eine Verlängerung der Weihnachtsferien in den Schulen. Stattdessen setzt er auf zahlreiche Einzelmaßnahmen: Maskenpflicht in den Innenstädten, Begrenzungen von Menschenansammlungen - in Innenräumen nicht mehr als 2000, draußen dürfen es noch 5000 sein. Und auch die Homeoffice-Pflicht soll verschärft werden. Wenn irgend möglich, soll mindestens drei Tage in der Woche von zu Hause aus gearbeitet werden.

Verkürzte Quarantänezeiten bei Verdachtsfällen, um einen drohenden Engpass im Gesundheitswesen und mit Blick auf andere kritische Infrastruktur wie Feuerwehr und Polizei abzuwenden, will Castex zwar in Angriff nehmen, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

fab/jj (afp, rtr)