Frankfurt-Fans schweigen, Team verliert | Sport | DW | 24.02.2020
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Montagabendspiel

Frankfurt-Fans schweigen, Team verliert

Schlechte Stimmung auf den Rängen, schwache Leistung auf dem Platz. Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt verliert das bei Fans so ungeliebte Montagabendspiel gegen Union Berlin. Der Boykott ist nur ein Grund.

Ja, es war leiser auf den Rängen als sonst, aber am Frankfurter Fan-Boykott allein wird es ganz sicher nicht gelegen haben, dass es nach dem beeindruckenden 2:0 gegen RB Leipzig, dem berauschenden 5:0 gegen den FC Augsburg und dem mitreißenden 4:1 im Europa-League-Hinspiel gegen Red Bull Salzburg am vergangenen Donnerstag diesmal nicht klappte. Dafür war der Auftritt der Heimmannschaft beim 1:2 (0:0) insgesamt einfach zu schwach. 

"Montags wird ausgenüchtert"

Das Sportliche ist schnell erzählt: Sebastian Andersson hatte Union in der 49. Minute nicht unverdient in Führung gebracht, in der 67. Minute unterlief SGE-Spieler Evan Ndicka ein Eigentor - das 0:2 und so etwas wie die Vorentscheidung. Zwar keimte nach einem Eigentor von Unions Florian Hübner in der 79. Spielminute noch einmal ein Fünkchen Hoffnung auf - aber am Ende brachte die Eintracht an diesem bei Fans so ungeliebten Montagabend kein Tor mehr zu Stande und stand am Ende mit null Punkten da.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Union Berlin (imago images/J. Huebner)

Union-Spieler bejubeln den Führungstreffer von Sebastian Andersson

Zu den Protesten bei Montagabendspielen von Eintracht Frankfurt muss man schon etwas weiter ausholen. Denn die haben bei den SGE-Fans schon Tradition: Vor knapp zwei Jahren flogen an einem Montagabend gegen RB Leipzig zahlreiche Tennisbälle aufs Feld, mit Spruchbändern wie "Wir pfeifen auf das Montagsspiel!" und "Montags wird ausgenüchtert" wurde zudem die Ablehnung dokumentiert. Die zur Entlastung für Europa-League-Starter gedachten Spiele am Montag sorgen bei Fans trotz der bereits beschlossenen Abschaffung zur Saison 2021/22 für große Verärgerung.

"Wir wollen mit dem Bild der leeren Fankurve unübersehbar deutlich machen, dass für uns eine rote Linie, die wir schon beim ersten Montagsspiel beschrieben haben, lange überschritten ist. Wir sind keinesfalls bereit, eine gute Miene zum Montagsspiel zu machen!", teilte die Frankfurter Fanszene dazu vor dem Spiel in einem Schreiben mit. Tatsächlich blieb der komplette Unterrang der Nordwestkurve leer. Stattdessen war dort ein großes Banner mit der durchgestrichenen Aufschrift "Montag" zu sehen. Vor der Partie dröhnte der Bob-Geldof-Klassiker "I don't like Mondays" aus den Boxen. Und so kam es, dass im Frankfurter Stadion stattdessen oft die 2.700 mitgereisten Union-Fans lautstark zu hören waren.

Zorn nicht vollkommen unbegründet

Dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach der Saison 2020/21 keine Spiele am Montag mehr ansetzen wird, reicht vielen Anhängern offenbar nicht. Sie kritisieren die Zerstückelung des Spieltags, die sich ab 2021 in Form von fünf Sonntagsspielen um 19.30 Uhr äußern wird. "Das ist dann zwar nur noch halbscheiße, aber bestimmt kein Grund für lauten Applaus", heißt es in der Stellungnahme.

Vollkommen unbegründet ist der Zorn der Frankfurter tatsächlich nicht, ihre Mannschaft ist bereits zum fünften Mal zu einem der seit der Saison 2017/18 ausgetragenen und terminierten 14 Montagsspiele angetreten. Dass dies größtenteils der stimmungsvollen und erfolgreichen Festspiele in der Europa League unter der Woche geschuldet ist, wollen die Fans aber nicht einsehen.

jhr/cw (sid/dpa)