Frühjahrsgutachten: Stabiler Wirtschaftsaufschwung - aber Risiken | Wirtschaft | DW | 19.04.2018
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Konjunktur

Frühjahrsgutachten: Stabiler Wirtschaftsaufschwung - aber Risiken

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hält an. Die führenden Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr leicht angehoben. Bremsen könnte ein schärferer Handelskonflikt.

Die Forscher erwarten nun für das laufende Jahr 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und für das kommende Jahr 2,0 Prozent. Im Herbst hatten sie noch mit einem Plus von 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten hervor, das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Der deutsche Export profitiere vom Aufschwung der Weltwirtschaft, außerdem bleibe der private Konsum stark. 

Allerdings gibt es Risiken. "Die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten werden allmählich knapper", hieß es. Die Luft werde "dünner", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. In den Unternehmen gibt es bereits eine hohe Kapazitätsauslastung, die zuletzt noch einmal gestiegen sei. Die Firmen sehen aber einen Mangel an Fachkräften als immer größeres Problem. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

"Bereits die Diskussion um Strafzölle belastet die Stimmung"

Eine weitere Eskalation des Zollkonflikts dürfte nach Ansicht der Ökonomen den Welthandel empfindlich behindern und so das Wachstum der Weltwirtschaft mittelfristig spürbar bremsen. Dämpfende Effekte seien aber nicht erst mit der Abschottung von Märkten zu erwarten, erklärten die Forscher. "Bereits die Diskussion von solchen Maßnahmen kann die Unsicherheit über die zukünftige Handelspolitik eines Landes erhöhen und die wirtschaftliche Stimmung belasten." Es sei zwar wenig wahrscheinlich, dass der gegenwärtige Handelskonflikt den Aufschwung der Weltwirtschaft zum Erliegen bringe. Eine Ausweitung des Streits sei aber ein Risiko.

Sollte der Konflikt dagegen rasch entschärft werden, würde die aktuelle Verunsicherung schwinden und die konjunkturelle Dynamik dürfte deutlich stärker ausfallen als in der Prognose unterstellt. Die Institute rechnen damit, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,4 Prozent wächst und damit ähnlich kräftig wie 2017. Nicht zuletzt die Steuersenkung in den USA dürfte die dortige Wirtschaft anschieben und auch auf andere Länder ausstrahlen. Für 2019 sagen die Ökonomen der globalen Konjunktur ein Plus von 3,1 Prozent voraus.

Die Ankündigung der USA zu Beginn dieses Jahres, neue Zölle auf Stahl und Aluminium zu erheben, hat den Konflikt angeheizt. Wichtige Handelspartner sind davon vorläufig ausgenommen, darunter auch die EU.

ul/hb (dpa, rtr)