Früher Wimbledon-K.o. für Angelique Kerber | Sport | DW | 04.07.2019
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Tennis

Früher Wimbledon-K.o. für Angelique Kerber

Aus der Traum von der Titelverteidigung: Vorjahressiegerin Angelique Kerber verliert in Wimbledon in der zweiten Runde überraschend gegen Lauren Davis - und das, obwohl die US-Amerikanerin angeschlagen ins Spiel ging.

Der alte "Friedhof der Champions" in Wimbledon ist längst abgerissen, jener legendäre Court No.2, wo Tennis-Superstars wie John McEnroe, Jimmy Connors, Pete Sampras oder auch Michael Stich überraschend gegen Außenseiter ausschieden. Seit dem Wimbledon-Turnier 2009 wird auf einem neu gebauten Platz zwei gespielt. Dass auch dort Stars spektakulär scheitern können, bewies an diesem Donnerstag Angelique Kerber. Die Titelverteidigerin beim wichtigsten aller Tennisturniere scheiterte auf Court No. 2 überraschend bereits in der zweiten Runde an Lauren Davis. Kerber unterlag der US-Amerikanerin, die in der Weltrangliste nur auf Position 95 geführt wird, in drei Sätzen mit 6:2, 2:6 und 1:6.

"Beinahe surreal"

Nach dem gewonnenen ersten Satz verlor die 31 Jahre alte Linkshänderin komplett die Kontrolle über die Partie, haderte mit sich und winkte schließlich resigniert ab. Dabei war zunächst gar nicht klar, ob Davis überhaupt würde weiterspielen können. Nachdem die 25-Jährige beim Stand von 2:2 im ersten Satz auf dem Rasen ausgerutscht war, ließ sie sich den linken Fuß verbinden. Davis war ohnehin angeschlagen in das Spiel gegen Kerber gegangen. Die nur 1,57 Meter große Amerikanerin spielte mit bandagiertem linkem Knie und Tapestreifen auf der rechten Schulter.

Tennis Wimbledon Angelique Kerbe vs. Lauren Davis (Reuters/C. Recine)

Angelique Kerber: Mehr Krampf als Kampf

Dennoch wirkte Davis im zweiten und dritten Durchgang deutlich aggressiver und auch entschlossener als die Weltranglistenfünfte aus Deutschland. Immer wieder feuerte Kerber sich nach gelungenen Bällen lautstark selbst an, dann wieder blickte sie hilfesuchend auf die Tribüne zu Trainer Schüttler. Nach einer Stunde und 54 Minuten war die Sensation perfekt. "Das bedeutet mir alles", sagte Siegerin Lauren Davis anschließend: "Es ist beinahe surreal."

Im Vorjahr hatte Kerber sich mit einem Final-Triumph über die US-Amerikanerin Serena Williams zur ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf 1996 gekürt. Nun scheiterte die Finalistin so früh wie zuletzt vor sechs Jahren. Seit ihrem Wimbledonsieg 2018 hat Kerber kein Turnier mehr gewonnen.

Görges und Struff erreichen dritte Runde

Nach dem peinlichen Erstrunden-Aus von Topspieler Alexander Zverev war es bei dem Grand-Slam-Turnier in London die nächste herbe Enttäuschung für das deutsche Tennis. Hoffnungsträger sind Julia Görges und Jan-Lennard Struff. Görges besiegte in der zweiten Runde die russische Qualifikantin Warwara Flink glatt in zwei Sätzen mit 6:1 und 6:4. Nach 73 Minuten buchte die 30-Jährige ihren Platz in der dritten Runde. Struff kämpfte den US-Amerikaner Taylor Fritz, in der Vorwoche Sieger beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne, in einem engen Match in vier Sätzen mit 6:4, 6:3, 5:7 und 7:6 (7:2) nieder. Nächster Gegner des 29 Jahre alten Deutschen ist der Kasache Michail Kukuschkin, der Vorjahres-Halbfinalist John Isner aus den USA aus dem Rennen warf. Bei den French Open in Paris hatte Struff das Achtelfinale erreicht.

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