Fortuna Düsseldorf schießt den 1. FC Köln in die Krise | Sport | DW | 03.11.2019
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Bundesliga

Fortuna Düsseldorf schießt den 1. FC Köln in die Krise

Köln verliert das Rheinderby bei Fortuna Düsseldorf. Nach einer turbulenten Woche gerät Trainer Achim Beierlorzer immer mehr unter Druck.

Das erste rheinische Bundesliga-Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln nach langen 22 Jahren entschied sich in der 61. Minute: Ecke für Köln. Abgewehrt. Ein langer Ball nach vorn und dann ein Alleingang: Erik Thommy schnappte sich den Ball vor der Mittellinie und rannte los. Er rannte und rannte, schüttelte seinen Verfolger Kingsley Schindler mit einer lässigen Bewegung ab – und behielt beim Abschluss die Ruhe: strammer Schuss und das Tor zum 2:0 (1:0)-Endstand für Düsseldorf. 

Erst Pokal-Aus, dann Veh-Rücktritt

Die Ruhe behalten. Das können sie in Köln nicht so gut. Schon vor dem prestigeträchtigen Rheinderby gab es Unruhe im Verein: Geschäftsführer Armin Veh hatte seinen Rücktritt zum Ende der Saison verkündet und damit als "lame duck" seinem Wunschtrainer Achim Beierlorzer die Rückendeckung genommen. Seither kursieren rund um die Vereinsstätte des 1. FC Köln wieder Namen um potenzielle Veh-Nachfolger - auch Trainer-Namen kamen dazu. All das in der Woche nach dem blamablen Pokal-Aus (2:3) beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken.

1. Bundesliga | Fortuna Düsseldorf - 1.FC Köln | Pyrotechnik (Imago Images/L. Perenyi)

Beide Fanlager sparten nicht an Pyrotechnik - dichte Rauchschwaden zogen durch das Düsseldorfer Stadion.

Beierlorzer hatte daraufhin im Training eine "trotzige Reaktion" beobachtet und von einer "Jetzt-erst-Recht-Mentalität" gesprochen. Der Zeitpunkt war günstig. Es stand das Derby an, das vor allem die Anhänger beider Fans dazu nutzten, die Mannschaften auf die Besonderheit dieser Begegnung hinzuweisen. Ins Kölner Stadion waren in der Nacht zuvor drei abgetrennte Ziegenköpfe geworfen worden, die Polizei war mit 1.500 Beamten vor Ort in Düsseldorf - inklusive Wasserwerfer. Im Stadion demonstrierten die Düsseldorfer eine beeindruckende Choreografie – flankiert von Pyrozündeleien aus beiden Fanlagern. Und auf dem Platz ging es ebenfalls von Beginn an richtig zur Sache. "Wir waren kämpferisch ab der 1. Minute im Spiel", kommentierte das Lutz Pfannenstiel, Sportvorstand Fortuna Düsseldorf, bei Sky.

Hector: "Dann ist das einfach Scheiße"

Bereits nach sieben Minuten mussten die Kölner mit FC-Youngster Noah Katterbach den ersten Spieler verletzungsbedingt auswechseln. Die Gangart der Fortunen war hart, oft hart an der Grenze - und die Kölner ließen sich provozieren. Es folgte ein oft unterbrochenes Spiel, in dem die Kölner ihre Chancen hatten, aber vornehmlich durch Stürmer Simon Terrodde vergaben. Das 1:0 durch Rouwen Hennings (Foulelfmeter, 38.) resultierte aus einem elfmeterreifen Foul nach einem Einwurf - und so brachten zwei Standardsituationen Köln aus dem Gleichgewicht. Als Beierlorzer zwölf Minuten vor Schluss mit Anthony Modeste den dritten Stürmer auf das Feld schickte, war das Spiel längst entschieden.

"Das 2:0 hat uns gebrochen", sagte FC-Kapitän Jonas Hector und ließ seinem Frust bei Sky freien Lauf: " Wir haben gerade vor dem 0:2 eine Riesenchance und können auf 1:1 stellen. Wenn du dann wieder hier stehst, 0:2 verloren, dann ist das einfach Scheiße."

Schiri-Pech und vorne kein Glück

1. Bundesliga | Fortuna Düsseldorf - 1. FC Köln | Beierlorzer (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Unter Druck: Köln-Trainer Achim Beierlorzer

Düsseldorf agierte insgesamt entschlossener, bissiger und cleverer - taktisch gut aufgestellt von Trainerfuchs Friedhelm Funkel, der selbst einmal beim FC unter Vertag stand und genau weiß, was auf seinen Trainerkollegen nun zukommt. Dazu kam eine strittige Szene, in der Beierlorzer gern einen Elfmeter gesehen hätte. "Es ist momentan keine günstige Situation, wie wir von den Schiedsrichter-Entscheidungen betroffen sind", resümierte dieser, fand aber auch kritische Töne in Richtung seiner Offensivabteilung. "Wir müssen kaltblütiger sein. Wir sind nicht in der Lage, aus Großchancen Tore zu erzielen."

Fortuna rückt mit nun zehn Punkte von Platz 14 auf Rang zehn vor - Köln steckt mit weiterhin nur sieben Punkten aus zehn Spielen auf Rang 17, einem direkten Abstiegsplatz. "Es wird sicher nicht ruhiger bei uns", weiß Beierlorzer. "Wir müssen uns aus diesem Schlamassel selber herausziehen." Die nächste Chance dazu bietet sich Köln schon am Freitag. Nach drei Auswärtspleiten in Folge geht es mit einem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim weiter.

 

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