Formel 1: Vettel außer Form | Sport | DW | 06.10.2018
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Motorsport

Formel 1: Vettel außer Form

Sebastian Vettel hat nach einer Fehlern beim Reifenwechsel im Qualifying zum Großen Preis von Japan wohl frühzeitig alle Chancen auf den benötigten Sieg verspielt. Konkurrent Lewis Hamilton holt sich die Pole Position.

Sebastian Vettel (Artikelbild) verpokerte sich mit seinem Ferrari-Team völlig bei der Reifenwahl vor dem einsetzenden Regen. "Im Nachhinein und von außen ist es immer einfach zu sagen, dass das falsch war. Wir sind davon ausgegangen, dass die Strecke nass ist", sagte Vettel. "Hätte der Regen etwas früher eingesetzt, dann stünden wir da wie die Helden."

Der viermalige Weltmeister nahm explizit eine Mitschuld auf sich: "Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen, ich habe zugestimmt." Im Rennen werde es nun "schwer, aber nicht unmöglich". Auch wenn Vettel wegen einer nachträglichen Platzstrafe gegen den Franzosen Esteban Ocon von Rang neun auf acht vorrückte, macht die Statistik wenig Mut: Bei jedem seiner 52 Formel-1-Siege startete Vettel in den Top drei, 25 der 29 Suzuka-Sieger gingen aus der ersten Reihe in den Grand Prix.

Großer Rückstand

Der Heppenheimer, der vor dem fünftletzten Saisonrennen satte 50 WM-Punkte hinter dem Briten Hamilton liegt, wurde zum Opfer einer Fehlentscheidung des Ferrari-Kommandostandes: Der schickte Vettel und auch den letztlich viertplatzierten Kimi Räikkönen mit speziellen Regenreifen auf die bis dahin trockene Strecke. Das Team erwartete zu früh Regenfälle, die aber erst später einsetzten.

"Es ist ziemlich trocken. Ich komme direkt wieder rein", funkte Vettel schon nach wenigen Kurven. Während die Konkurrenz parallel mit Trockenreifen Top-Zeiten fuhr, verschenkten die Scuderia-Piloten wertvolle Minuten. Als die roten Renner dann endlich Trockenpneus aufgezogen hatten, begann es tatsächlich zu regnen. Vettel schwamm nur so über seine erklärte Lieblingsstrecke, während Hamilton im Gefühl der sicheren Pole frühzeitig sein Tagwerk beenden konnte.

"Wir haben die richtige Entscheidung als Team getroffen, wie man am Ergebnis sieht. Aber ich wusste vorher auch nicht, ob es trocken genug war. Toll, dass es so gut geklappt hat", freute sich Hamilton über die 80. Pole Position seiner Formel-1-Karriere und die achte der Saison.

Hülkenberg startet von Platz 16 aus

Auch für den zweiten Deutschen lief es schlecht. Nico Hülkenberg musste sich mit dem unbefriedigenden 16. Startplatz begnügen. Für Positivschlagzeilen sorgten andere: Beim Honda-Heimspiel schafften es die beiden Toro Rosso in die Top Ten. Mit einer neuen Ausbaustufe des japanischen Motors, der auf einen Schlag 40 PS mehr Leistung haben soll, holte sich der Neuseeländer Brendon Hartley den sechsten Platz, der Franzose Pierre Gasly startet direkt dahinter von Rang sieben.

Die Strecke war zu Beginn des Qualifyings ein wenig nass. Vettel drehte sich in der Haarnadelkurve, Sekunden später verlor der Schwede Marcus Ericsson die Kontrolle über seinen Sauber und landete in der Mauer.

Formel 1 Qualifiyng in Japan Suzuka Circuit Hamilton (Reuters/T. Hanai)

Lewis Hamilton geht als Favorit ins Rennen

Im zweiten Abschnitt legten die Mercedes ihre Karten offen: Mit einer härteren Reifenmischung als die beiden Ferrari-Piloten fuhren Hamilton und Bottas bei trockenen Bedingungen ihre Bestzeiten im Q2. Kurz darauf setzte erneuter Regen ein. Allerdings war dieser nicht so stark wie Ferrari vermutete - die Scuderia bezahlte diesen Fehler teuer.

Mit dem Wetter in Suzuka hatte die Formel 1 aber unter dem Strich Glück im Unglück: Taifun "Kong Rey", der zunächst auf den Südinseln Nippons gewütet hatte, drehte Richtung koreanische Halbinsel ab. Die Strecke war zu jeder Zeit gut befahrbar. Für das Rennen am Sonntag werden stabile Bedingungen bei Sonnenschein und Temperaturen um 30 Grad erwartet.

cgn/hf (dpa, sid)

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