Formel 1: Max Verstappen gewinnt in Österreich | Sport | DW | 30.06.2019
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Großer Preis von Österreich

Formel 1: Max Verstappen gewinnt in Österreich

Nach einer rasanten Aufholjagd sichert sich Red-Bull-Pilot Max Verstappen den Sieg beim Grand Prix von Österreich. Der Niederländer zeigt seine Rennfahrerqualitäten, das letzte Überholmanöver sorgt aber für Diskussionen.

Das hat es lange nicht mehr gegeben: Zum ersten Mal seit fünf Rennen heißt der Sieger nicht Lewis Hamilton und zum ersten Mal überhaupt in dieser Formel-1-Saison gewinnt kein Mercedes. Stattdessen feierte beim Großen Preis von Österreich in Spielberg Red-Bull-Pilot Max Verstappen den Sieg beim Großen Preis von Österreich. Der Niederländer verpatzte zwar den Start, machte danach aber ein hervorragendes Rennen und hatte mit Abstand das höchste Tempo aller Konkurrenten.

Zwei Runden vor Schluss drängelte er sich mit einem forschen Überholmanöver am bis dato Führenden Charles Leclerc vorbei. In der dritten Kurve, die nach einer langen Bergaufgerade scharf nach rechts führt, fuhr Verstappen innen vorbei und touchierte die Reifen des Ferrari. Danach fuhr er das Rennen souverän zu Ende. Auf den dritten Platz war der Finne Valtteri Bottas im Mercedes gefahren, dahinter reihten sich Sebastian Vettel im Ferrari und Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Mercedes ein. 

Anschließend jedoch wurde der Vorfall von der Rennleitung lange untersucht, so dass die Feierlichkeiten vor tausenden begeisterten Fans aus den Niederlanden nur unter Vorbehalt stattfanden. Der endgültige Ausgang des Rennen sollte sich erst am Sonntagabend nach 18 Uhr klären. Für diese Zeit hatten die Rennkommissare Fahrer und Teamverantwortliche von Red Bull und Ferrari einbestellt. Doch die offizielle Meldung, die die Formel 1 zunächst über Twitter herausgab, kam erst quälende 110 Minuten später. Um 19:50 Uhr stand fest: Verstappen hatte tatsächlich gewonnen.

Verstappen: "Naja, so ist Racing"

"Nach dem Start dachte ich, das Rennen wäre vorbei. Aber wir haben stark gepusht", hatte Verstappen direkt nach dem Rennen im Siegerinterview gesagt. "Unsere Pace war gut. Wir konnten gut überholen. Hier zu gewinnen ist einfach unglaublich." Seine letzte Aktion gegen Leclerc verteidigte er so: "Naja, so ist Racing. Ich denke, das war alles in Ordnung. Wir fahren Rennen. Wenn das anders wäre, weshalb sind wir dann in der Formel 1?"

Formel 1 Großer Preis von Österreich | Start (picture-alliance/Georg Hochmuth/APA/picturedesk.com)

Alle fahren, nur einer bleibt (fast) stehen: Max Verstappen (2.v.l.) hat Probleme beim Start

Ebenfalls nicht unzufrieden schien der Zweitplatzierte wenige Minuten nach der Zieldurchfahrt: "Insgesamt war das Rennen sehr gut, ich hatte aber mehr Reifenverschleiß, als ich mir das gewünscht hätte", kommentierte Leclerc und wollte direkt nach dem Rennen zum umstrittenen Überholmanöver von Verstappen nichts sagen. "Den Zwischenfall mit Max lasse ich die Stewards entscheiden. Ich war auf der Außenbahn, er hat mich ein wenig rausgepusht."

Vettel mit Problemen

Kein gutes Wochenende erlebte einmal mehr Sebastian Vettel. Nachdem das Qualifying überhaupt nicht nach Plan verlief, ging im Rennen auch noch der erste Reifenwechsel schief. Offenbar funktionierte der Funk zwischen Ferrari-Kommandostand und Boxen-Crew nicht fehlerfrei, als das Team Vettel kurzfristig an die Box holte. Die Folge: Die Mechaniker, die für das Bereithalten der neuen Reifen verantwortlich sind, wurden überrascht und waren nicht vorbereitet. Vettel verlor dadurch wichtige Sekunden und kehrte nur als Achter auf die Strecke zurück. "Wir hatten in kleines Kommunikationsproblem. Die Reifen waren nicht da", sagte ein sichtlich angefressener Vettel anschließend, befand aber. "Grundlegend war es okay. Mit einer besseren Startposition wäre es ein anderes Rennen geworden."

Letztlich konnte sich der Deutsche aber wenigstens damit trösten, von Rang neun noch auf Platz vier vorgefahren zu sein. Dabei ließ er kurz vor Rennende sogar seinen WM-Konkurrenten Hamilton noch hinter sich. Der Titelverteidiger musste sich in der Mitte des Rennens beim regulären Reifenwechsel zusätzlich noch eine neue Nase holen, weil etwas gerissen war.

Allerdings holte Vettel gerade einmal zwei Zähler auf den Briten auf, der die WM-Gesamtwertung nach wie vor souverän anführt. Hamilton liegt mit 197 Punkten vor Bottas (166). Dritter ist allerdings nicht mehr Vettel, der 123 Punkte auf seinem Konto hat, sondern Verstappen. Der 21-Jährige schob sich durch seinen Sieg, bei dem er auch noch den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde einheimste, mit nun 126 Zählern an Vettel vorbei. Der deutsche Vierfach-Weltmeister hat beim nächsten Rennen, dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone am 14. Juli, die Chance zu kontern. 

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