Flucht aus Nordkorea nach 41 Jahren | Aktuell Asien | DW | 13.09.2013
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Aktuell Asien

Flucht aus Nordkorea nach 41 Jahren

Mehr als 40 Jahre saß ein südkoreanischer Fischer unfreiwillig in Nordkorea fest. Jetzt gelang ihm die Flucht.

Grenzanlagen bei Panmunjom (Foto: dpa)

Fast unüberwindlich - die innerkoreanische Grenze bei Panmunjom

Der inzwischen 68-Jährige war 28. Dezember 1972 beim Fischen nahe der umstrittenen Grenze am Gelben Meer von der Besatzung eines nordkoreanischen Marineschiffs verschleppt worden, zusammen mit 24 weiteren Fischern. Seitdem gab es keine Spur Jeon Wook Pyo, dem jetzt als bislang einzigem Mitglied der Crew des Fischerbootes die Flucht gelang. Von den anderen Männern fehlt bis heute jede Spur.

Misstrauen in der südkoreanischen Heimat

Ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums bestätigte, dass der Geflohene wieder in seiner Heimat sei. Details über die Flucht wurden nicht genannt. Jeon wurde, wie stets in solchen Fällen, nach seiner Ankunft in Südkorea gründlich von den Sicherheitsbehörden überprüft. Diese wollen sichergehen, dass es sich bei den Rückkehrern nicht um Spione für Nordkorea handelt. Ob Jeon während seiner Zeit in Nordkorea in einem Lager interniert war, oder sich frei im Land bewegen konnte ist derzeit noch unklar.

Der 38. Breitengrad und die Waffenstillstandslinie (DW-Grafik)

Der 38. Breitengrad und die Waffenstillstandslinie

Eine Aktivistengruppe, die Nordkorea-Flüchtlinge betreut, erklärte, Jeon habe sich Anfang August in ein Drittland geflüchtet. Genannt wurde das Fluchtziel nicht, es dürfte sich hierbei aber um China handeln. Von dort aus habe er Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye einen Brief geschrieben und sie um Hilfe gebeten. Jeon habe erklärt, er wolle seinen Lebensabend in seiner Heimatstadt verbringen, teilte die Gruppe weiter mit. Anfang September sei er dann in Seoul eingetroffen.

Nach Angaben aus Südkorea hat die kommunistische "Kim-Dynastie" seit dem Ende des Koreakrieges 1953 mehr als 500 südkoreanische Staatsbürger verschleppt. Die Regierung in Seoul hat Pjöngjang wiederholt zur Freilassung der Gekidnappten aufgefordert. Die Behörden im Norden beharren jedoch auf der Darstellung, es werde niemand gegen seinen Willen festgehalten.

qu/gmf (afp, ape)

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