Florian Wellbrock gewinnt Gold im Freiwasserschwimmen | Sport | DW | 05.08.2021
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Der 13. Olympia-Tag in Tokio

Florian Wellbrock gewinnt Gold im Freiwasserschwimmen

Bronze hat er bei Olympia in Tokio schon gewonnen, jetzt hat es auch mit Gold geklappt: Florian Wellbrock ist Olympiasieger. Im Freiwasser kann keiner seinem Tempo folgen. Das Kajak-Duo Hoff/Schopp gewinnt Silber.

Vier Tage nach Bronze im Becken hat Doppel-Weltmeister Florian Wellbrockim Freiwasser Olympia-Gold gewonnen. Im Zehn Kilometer-Rennen im Odaiba Marine Park in der Bucht von Tokio schlug der 23-Jährige aus Magdeburg mit deutlichem Vorsprung vor dem ungarischen Fünf-Kilometer-Weltmeister Kristof Rasovszky und dem italienischen Europameister Gregorio Paltrinieri an. "Das ist mein persönliches Sommermärchen", sagte Wellbrock im TV-Interview: "Das Ziel war eine Medaille, auf Gold hatte ich nicht spekuliert. Vielleicht habe ich den kleinen Dämpfer über 800 Meter gebraucht, um heute so stark zurückzukommen." In seinem ersten Beckenwettbewerb hatte Wellbrock bis 50 Meter vor dem Ziel geführt, als Vierter aber das Podium verpasst. Am vergangenen Sonntag war er zum Abschluss der Beckenwettbewerbe auf Platz drei über 1500 m Freistil geschwommen. 

Silber wurde es für das "Generationenboot" der deutschen Rennkanuten. Im Kajak-Zweier landeten Routinier Max Hoff (38) und Youngster Jacob Schopf (22) über 1000 Meter im Finale hinter der Konkurrenz aus Australien auf dem zweiten Platz. Bronze ging auf dem Sea Forest Waterway an Tschechien.

Eine starke Leistung lieferte auch Geher Christopher Linke. Er hat die erste Medaille eines deutschen Gehers seit 29 Jahren knapp verpasst. Der 32-Jährige holte in Sapporo über 20 km nach einer ganz starken zweiten Rennhälfte wie schon vor fünf Jahren in Rio den fünften Platz. Gold sicherte sich bei drückender Hitze überraschend der Italiener Massimo Stano vor dem Japaner Koki Ikeda. Weltmeister Toshikazu Yamanishi, ebenfalls aus Japan, gewann Bronze.

Zwei deutsche Teams auf Platz vier 

Tokio 2020 | Hockey | Bronze für Indien | Enttäuschung für Deutschland

Enttäuschung nach Schützenfest: Deutschlands Hockey-Herren verpassen Bronze

Eine große Enttäuschung erlebten dagegen die deutschen Hockey-Herren. Die Mannschaft von Bundestrainer Kais al Saadi unterlag Rekord-Olympiasieger Indien im Spiel um Bronze mit 4:5 (3:3) und holte damit erstmals seit den Sommerspielen 2000 in Sydney kein olympisches Edelmetall. Die deutschen Hockey-Frauen waren in Tokio im Viertelfinale ausgeschieden. Timur Oruz (2.), Niklas Wellen (24.) und Benedikt Furk (25.) brachten das deutsche Team im Spiel um Platz drei zwar mit 3:1 in Führung, doch Indien drehte mit vier Treffern binnen neun Minuten die Begegnung. Mehr als das Anschlusstor durch Lukas Windfeder (48.) gelang nicht mehr. 2008 und 2012 hatten die deutschen Hockey-Männer die olympische Goldmedaille gewonnen, 2004 und 2016 gab es Bronze.

Die belgischen Hockey-Männer sind zum ersten Mal Olympiasieger. Im Finale setzte sich der Weltmeister mit 3:2 im Shootout (1:1, 0:0) gegen Australien durch. 

Ebenfalls im kleinen Finale unterlagen die deutschen Tischtennisspielerinnen im Team-Wettbewerb. Die Mannschaft verlor mit 1:3 gegen Hongkong. China hat wie erwartet Team-Gold  gewonnen. Die chinesische Mannschaft setzte sich im Endspiel gegen die Japanerinnen mit 3:0 durch.

Warner gewinnt Gold im Zehnkampf - Kazmirek wird 14.

Tokio 2020 | Leichtathletik | Decathlon Männer

Kai Kazmirek beendet als einziger deutscher Zehnkämpfer den Wettbewerb

Der Kanadier Damian Warner ist Olympiasieger im Zehnkampf. Der 31 Jahre alte Leichtathlet sicherte mit dem olympischen Rekord von 9018 Punkten die Goldmedaille. Weltrekordler Kevin Mayer aus Frankreich landete nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf auf dem zweiten Platz (8726). Bronze nach zwei Wettkampftagen gewann der Australier Ashley Moloney (8649).

Als bester Deutscher kam Kai Kazmirek mit 8126 Punkten auf den 14. Platz. Niklas Kaul hatte bei seinem Olympia-Debüt am Mittwoch im Rennen über 400 Meter wegen einer Fußverletzung aufgeben müssen. 

Die Siebenkämpferin Carolin Schäfer wurde nach dem abschließenden 800-Meter-Lauf Siebte mit 6419 Punkten. Vanessa Grimm musste sich mit Position 19 für 6114 Punkte begnügen. Nafissatou Thiam aus Belgien wurde mit 6791 Punkten Olympiasiegerin. Silber gewann die Niederländerin Anouk Vetter mit 6689 Punkten vor ihrer Landsfrau Emma Oosterwegel (6590).

Topleistungen im Kugelstoßen 

In der Leichtathletik sorgte Weltrekordler Ryan Crouser aus den USA beim Kugelstoßen für eine Machtdemonstration. Der 28-Jährige setzte sich mit gewaltigen 23,30 Meter und einer geradezu unglaublichen Serie durch. Mit jedem seiner sechs Stöße übertraf er den Olympischen Rekord, den er selbst vor fünf Jahren mit 22,52 m aufgestellt hatte. Seinen eigenen Weltrekord verpasste Crouser im letzten Durchgang nur um sieben Zentimeter. Silber holte Weltmeister Joe Kovacs, der damit wie in Rio den US-Doppelsieg perfekt machte. Mit seinen 22,65 Meter hätte er bei sämtlichen vergangenen Sommerspielen Gold geholt. Bronze in einem absolut hochklassigen Wettkampf ging an den Neuseeländer Tomas Walsh. 

Burkina Faso jubelt über die erste Olympia-Medaille seiner Geschichte. Dreispringer Hugues Fabrice Zango gewann hinter Olympiasieger Pedro Pichardo (17,98 Meter) und dem Chinesen Zhu Yaming (17,57) mit einer Weite von 17,47 Metern Bronze. "Ich bin richtig glücklich für Burkina Faso, weil heute der Unabhängigkeitstag meines Landes ist und ich die erste Medaille für mein Land geholt habe", sagte der 28-Jährige. Zango hatte bereits der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2019 in Doha mit Bronze die erste WM-Medaille für den westafrikanischen Staat geholt.

Tokio 2020 | Leichtathletik - Dreisprung der Männer | Hugues Fabrice Zango

Hugues Fabrice Zango springt in Tokio zur ersten Olympiamedaille für sein Heimatland Burkina Faso

Die beiden deutschen Sprint-Staffeln stehen im Finale. Das Frauen-Quartett mit Schlussläuferin Gina Lückenkemper und Rebekka Haase, Alexandra Burghardt und Tatjana Pinto verwies im Vorlauf die Schweiz und China auf die Ränge zwei und drei. "Auf jeden Fall wollen wir auf einen vorderen Platz, wir wollen eine Medaille", kündigte Pinto an. "Dafür geben wir tausend Prozent."

Auch die Männer schafften es in den Medaillenwettstreit. Julian Reus, Joshua Hartmann, Deniz Almas und Lucas Ansah-Peprah wurden zwar nur Vierte ihres Vorlaufs in 38,06 Sekunden. Als eine der beiden zeitschnellsten Staffeln sicherten sie sich aber einen Platz im Finale am Freitag.

US-Basketballer im Endspiel

Im Halbfinale des olympischen Basketballturniers roch es zwischenzeitlich nach einer Sensation. Australiens Basketballer führten zur Halbzeit gegen das mit Stars gespickte US-Team. In der ersten Hälfte zeigten die US-Amerikaner defensive Schwächen und kamen offensiv ebenfalls überhaupt nicht in Tritt. Die ersten neun Dreierversuche gingen allesamt vorbei, Australien lag mit 15 Punkten vorn. Nach der Pause drehten Kevin Durant, Zach LaVine & Co. jedoch richtig auf und gewannen letztlich völlig souverän mit 97:78 (42:45). Im Endspiel am Samstag geht es für die USA gegen Slowenien oder Frankreich um den vierten Triumph in Serie.

Die dreimalige Bahnrad-Weltmeisterin Emma Hinze hat ihre zweite Medaille in Tokio verpasst. Drei Tage nach Silber im Teamsprint mit Lea Sophie Friedrich scheiterte die 23-Jährige im Keirin-Halbfinale. Als Schnellste des B-Finales belegte Hinze am Ende den siebten Rang. Friedrich war im Viertelfinale ausgeschieden. Bei den Männern war der 35 Jahre alte Routinier Roger Kluge im Omnium-Rennen ohne Chance, er wurde Neunter. Gold gewann der Brite Matthew Walls.