Flammenmeer bringt Kanadas Feuerwehr ans Limit | Aktuell Amerika | DW | 04.07.2021
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Naturkatastrophe

Flammenmeer bringt Kanadas Feuerwehr ans Limit

Es brennt an immer mehr Stellen in Kanada: Durch die extreme Hitzewelle im Land brechen ständig neue Waldbrände aus. Besonders schlimm ist die Lage in der Provinz British Columbia.

Waldbrände in Kanada

Riesige Waldbrände in Kanada: Die Behörden sind auch deshalb in Sorge,weil der Sommer erst begonnen hat

Dort gebe es inzwischen mindestens 174 Waldbrände, davon seien rund 80 in den vergangenen zwei Tagen ausgebrochen, teilten die Behörden der westkanadischen Provinz mit. Allein am Freitag seien rund 12.000 Blitzschläge gezählt worden, die viele Feuer entfacht hätten, sagte der Einsatzleiter der Brandbekämpfung in British Columbia, Cliff Chapman. Besonders stark betroffen von den Bränden ist die Gegend um die Stadt Kamloops, 350 Kilometer nordöstlich der Metropole Vancouver.

"Da sein, um zu helfen"

Wegen der Brände war am Freitag der Krisenstab der kanadischen Regierung unter Leitung von Premierminister Justin Trudeau zusammengetreten. "Wir werden da sein, um zu helfen", versicherte der Regierungschef. Trudeau sprach sich dazu nach eigenen Angaben mit dem Regierungschef von British Columbia, John Horgan, sowie mit Bürgermeistern und Anführern von Ureinwohnern in den bedrohten Gebieten ab.

Der kanadische Verteidigungsminister Harjitt Sajjan kündigte an, eine Eingreiftruppe von 350 Soldaten sowie ein Transportflugzeug und zwei Hubschrauber vom Typ Chinook in die Region zu verlegen, um die Einsätze der Feuerwehr zu unterstützen. Die Hubschrauber könnten Feuerwehrleute transportieren, schweres Gerät verlegen oder bei Evakuierungen von Ortschaften helfen.

Besorgt äußerte sich der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Bill Blair. "Diese Waldbrände zeigen, dass wir in der ersten Phase eines langen und schwierigen Sommers sind."

Weltspiegel 2.7.2021 | Kanada Feuer Waldbrände Hitze

Fast 50 Grad Celsius waren in Lytton gemessen worden, bevor das Dorf komplett niederbrannte

British Columbias Regierungschef Horgan appellierte an die Einwohner, die Anweisungen der Behörden zu befolgen. Bislang sind etwa tausend Menschen vor den Flammen geflohen, einige von ihnen werden vermisst. Die Ortschaft Lytton rund 250 Kilometer nordöstlich von Vancouver  war in der Nacht zu Donnerstag evakuiert worden, als sich dort ein Feuer rasend schnell ausbreitete. Das 250-Einwohner-Dorf wurde nahezu völlig zerstört.

In Lytton war ein landesweiter Allzeit-Temperaturrekord von 49,6 Grad Celsius gemessen worden. Auch für die kommenden Tage sind sehr hohe Temperaturen für British Columbia vorhergesagt. Die Hitzewarnung wurde auch auf die Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba, Teile der Nordwest-Territorien und das nördliche Ontario ausgeweitet. Die Behörden warnten zudem vor Überschwemmungen durch schmelzende Schneekappen in den Bergen - ausgelöst durch die extreme Hitze.

Feuer auch in den USA

Weiter südlich, in den US-Bundesstaaten Washington und Oregon, herrschen ebenfalls rekordverdächtige Temperaturen. In Oregon stieg die Zahl der Hitzetoten auf 94. In Nordkalifornien waren hunderte Feuerwehrleute im Einsatz, um drei Waldbrände einzudämmen. Durch die Feuer wurden fast 40.000 Hektar niedergebrannt, darunter auch ein beliebtes Touristengebiet.

Die extrem hohen Temperaturen werden durch das Phänomen der "Hitzekuppel" ausgelöst. Dabei hält der Hochdruck in der Atmosphäre heiße Luft in einer Region fest. Das Phänomen tritt durch den globalen Klimawandel immer öfter auf.

haz/mak (afp, dpa)

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