Flüchtlingswelle in Syrien ″alarmiert″ UN | Aktuell Nahost | DW | 08.05.2019
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Syrien-Krieg

Flüchtlingswelle in Syrien "alarmiert" UN

Vor den Kämpfen im Nordwesten Syriens sind nach UN-Angaben mehr als 150.000 Menschen geflohen - innerhalb einer Woche. Die Region um die Rebellenhochburg Idlib erlebt die heftigsten Bombardierungen seit Monaten.

Syrien Provinz Idlib Bewohner fliehen vor Kämpfen (Getty Images/AFP/A. Watad)

Auf der Flucht: eine syrische Familie

Binnen einer Woche hätten rund 152.000 Männer, Frauen und Kinder ihr Zuhause in den Provinzen Idlib und Aleppo verlassen, berichtet das UN-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA). Sein Sprecher David Swanson zeigte sich "alarmiert" über die jüngsten Berichte zu Luftangriffen auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur im Nordwesten Syriens. "Hunderte" Zivilisten seien dabei getötet oder verletzt worden. Getroffen wurden nach OCHA-Angaben auch etliche Schulen und Krankenhäuser.

Waffenstillstand wird missachtet

Die russische Luftwaffe und syrische Regierungstruppen hatten in den vergangenen Tagen ihre Attacken auf die teils von Rebellen gehaltene Region massiv ausgeweitet. Russland ist der engste Verbündete von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Nach Auskunft der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte handelt es sich um die schwersten Bombardierungen seit Monaten. Die Regierungstruppen greifen auch am Boden an. 

Idlib, (picture-alliance/M.Ali )

Heftig umkämpft: die Provinz Idlib

Nach mehr als acht Jahren Krieg gilt das Gebiet um Idlib als letzte Hochburg von Rebellen. Rund drei Millionen Zivilisten leben dort, rund die Hälfte davon sind Flüchtlinge aus anderen Regionen. Das Gebiet wird vor allem von der Al-Kaida-nahen Miliz "Haiat Tahrir al-Scham" (HTS) kontrolliert. Syrien und Russland argumentieren, sie bekämpften Extremisten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres appellierte an die Konfliktparteien, den im September vereinbarten Waffenstillstand einzuhalten - bisher offensichtlich vergeblich.

wa/haz (afp, dpa)

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