Flüchtlingsdrama an Europas Grenzen | Top-Thema – Podcast | DW | 11.10.2013
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Top-Thema – Podcast

Flüchtlingsdrama an Europas Grenzen

Jedes Jahr sterben Menschen, wenn sie versuchen, von Afrika nach Europa zu kommen. Jetzt diskutieren Politiker, was sich an der europäischen Flüchtlingspolitik ändern muss, um solche Katastrophen zu verhindern. ‎

Immer wieder ertrinken vor der italienischen Insel Lampedusa Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Lampedusa liegt nahe an Afrika. Flüchtlinge versuchen deshalb, über die Insel nach Europa zu kommen. Viele der Flüchtlinge können nicht schwimmen. Wenn sie in Seenot geraten, versuchen italienische Fischerboote, die Passagiere zu retten. Doch viele ertrinken.

In der Politik wird nun darüber diskutiert, wie die Lage an Europas Grenzen verbessert werden könnte. Bisher hat jedes Land der Europäischen Union eine eigene Flüchtlingspolitik. Die EU-Politikerin Cecilia Malmström verlangt schon seit einiger Zeit eine gemeinsame europäische Lösung für das Flüchtlingsproblem. Sie fordert die Mitgliedsstaaten auf, mehr Menschen aufzunehmen.

Aber die meisten Länder sehen die Einwanderer als Bedrohung. Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich fordert zum Beispiel, stärker gegen die illegalen Schleuserbanden zu kämpfen. Günter Burkhard von der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ glaubt aber, dass gerade die immer stärkere Sicherung der Grenzen auf dem Festland schuld daran ist, dass die Flüchtlinge den gefährlichen Weg über das Meer wählen.

Schon bald soll ein neues Sicherungssystem die europäischen Grenzen noch besser schützen. Damit soll es auch leichter werden, kleine Flüchtlingsboote zu orten und Schiffbrüchige zu retten. Kritiker meinen aber, dass es weniger um die Rettung der Flüchtlinge geht, als darum, zu verhindern, dass die Boote überhaupt in Richtung Europa aufbrechen.


Glossar

Drama, -en (n.) – hier: eine furchtbare Situation

Flüchtlingspolitik (nur Singular, f.) – die offizielle oder gesetzliche Form, wie Staaten mit Flüchtlingen umgehen

ertrinken – im Wasser sterben

in Seenot geraten – mit einem (sinkenden) Schiff in Todesgefahrauf dem Meer kommen

Lage (nur Singular, f.) – hier: die Situation

Mitgliedsstaat, -en (m.) – das Land, das in einer bestimmten Organisation mit anderen Ländern ist

Einwanderer/in, -/innen (m./f.) – die Person, die in einem Land, das nicht ihre Heimat ist, für immer leben will/muss

Bedrohung, -en (f.) – die Gefahr

Innenminister/in, -/innen ( m./f.) – der/dieLeiter/in der Bundesbehörde, die sich z. B. um das Thema Sicherheit kümmert

illegal – gesetzlich verboten ↔legal

Schleuser/in, -/innen (m./f.) – die Person, die Flüchtlingen für Geld dabei hilft, in ein Land zu kommen, in dem sie nicht offiziell einreisen dürfen

Bande, -n (f.) – hier: die Gruppe von Verbrechern

Sicherung (nur Singular, f.) – hier: der Schutz

etwas orten – die momentane Position von etwas genau feststellen

Schiffbrüchige/r, -en (f./m.) – die Person, deren Schiff oder Boot gesunken ist

auf|brechen – eine Reise beginnen; losgehen


Fragen zum Text

1. Was macht Lampedusa nicht zu einem Ziel für afrikanische Flüchtlinge?
a) die Nähe der Insel zum afrikanischen Kontinent
b) die gefährliche Fahrt mit einem Boot nach Europa
c) die Möglichkeit, über die Insel in das europäische Land Italien zu kommen

2. Was steht nicht im Text?
a) In Europa ist eine Diskussion über die Lage an den Grenzen entstanden.
b) Die Flüchtlingspolitik ist in jedem Land der Europäischen Union unterschiedlich.
c) In vielen Ländern wünschen die Menschen sich mehr Einwanderer.

3. Günter Burkhard meint, dass mehr Flüchtlinge über das Meer kommen, …
a) weil dieser Weg nicht so gefährlich ist.
b) weil die Schleuserbanden verboten wurden.
c) weil die Grenzen auf dem Festland besser geschützt sind.

4. Welches Verb ist richtig? Cecilia Malmström … für Europa eine gemeinsame Flüchtlingspolitik.
a) fordert
b) fördert
c) auffordert

5. Welcher Satz ist falsch? Die EU-Politikerin …
a) verlangt, von den Mitgliedsstaaten mehr Menschen aufnehmen.
b) verlangt von den Mitgliedsstaaten, mehr Menschen aufzunehmen.
c) verlangt, dass die Mitgliedsstaaten mehr Menschen aufnehmen.


Arbeitsauftrag
Viele Flüchtlinge wollen nach Europa, weil in ihrer Heimat Armut oder Krieg herrschen. In Europa haben viele Menschen Angst vor zu vielen Flüchtlingen in ihrem Land. Welche Maßnahmen sollten die europäischen Politiker beschließen? Diskutiert darüber in der Gruppe.

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